Der kroatische Immobilienmarkt sieht sich weiterhin mit hohen Preisen und einer deutlichen Aktivitätsabschwächung konfrontiert. Jüngste Daten belegen einen signifikanten Rückgang der Transaktionszahlen. Gleichzeitig bleiben die regionalen Preisunterschiede ausgeprägt, was die Frage aufwirft, wo Investitionen noch sinnvoll sind.
Laut einer aktuellen Analyse ist die Zahl der Immobilientransaktionen zeitweise um bis zu 20 % zurückgegangen, was eine deutliche Abkühlung der Marktaktivität bestätigt.
Trotz dieses Rückgangs haben die Preise nicht den gleichen Abwärtstrend verfolgt, sondern sind stattdessen weiter gestiegen, vor allem aufgrund des begrenzten Angebots.
Beamte betonten in der jüngsten Ausgabe der HRT-Sendung Otvoreno , dass die Verfügbarkeit neuer Immobilien weiterhin durch Raumplanungsbestimmungen, Projektpipelines und Baugenehmigungen eingeschränkt ist. Diese strukturelle Begrenzung hat eine nennenswerte Angebotsausweitung verhindert und den Preisdruck trotz nachlassender Nachfrage aufrechterhalten.
Die Marktdaten zeigen auch Veränderungen in der Struktur der Transaktionen. Landwirtschaftliche Flächen machen mengenmäßig den größten Anteil aus und umfassen rund ein Viertel aller Transaktionen.
Allerdings dominieren Wohnungen und Apartments wertmäßig und machen etwa 45 % des Gesamtvolumens aus, trotz eines Rückgangs des Transaktionswerts um rund 10 % im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt wird geschätzt, dass rund 117.000 Immobilientransaktionen registriert wurden, was einem Rückgang von etwa 13 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Entwicklung variiert jedoch regional erheblich.
Den stärksten Rückgang verzeichnete Istrien, während Küstenregionen wie Primorje-Gorski Kotar geringere Rückgänge erlebten. Im Gegensatz dazu verzeichneten einige Gebiete, darunter die Gespanschaft Split-Dalmatien, ein deutliches Wirtschaftswachstum.
Ein wesentlicher Grund für die Verlangsamung ist die geringere Präsenz ausländischer Käufer, die traditionell einen erheblichen Anteil der Nachfrage ausmachen, insbesondere an der Küste. Ausländische Käufer, hauptsächlich aus Slowenien, Deutschland und Österreich, stellten im vergangenen Jahr rund 30 % der Wohnimmobilienkäufe.
Allerdings hat sich die Nachfrage aus diesen Märkten abgeschwächt, was zum Teil auf breitere wirtschaftliche Herausforderungen zurückzuführen ist, darunter Rezessionsdruck in wichtigen europäischen Volkswirtschaften.
Die Inlandsnachfrage hat sich ebenfalls verlangsamt, bedingt durch hohe Preise und Bedenken hinsichtlich der Bezahlbarkeit. Käufer lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: diejenigen, die eine Wohnlösung suchen, und diejenigen, die in Immobilien investieren. Beide Gruppen sehen sich trotz der in den letzten Jahren relativ niedrigen Zinsen nun mit angespannteren finanziellen Bedingungen konfrontiert.
Bezahlbarkeit bleibt ein dringendes Problem, insbesondere in Küstenregionen und Zagreb, wo die Preise am höchsten sind. Im Gegensatz dazu bieten die Regionen auf dem Festland eine vergleichsweise bessere Bezahlbarkeit, obwohl die Einkommen dort im Allgemeinen niedriger sind.
Den größten Druck spüren diejenigen Einwohner, die auf Gehälter und nicht auf Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen sind.
Mit Blick auf die Zukunft zielen neue Gesetzesänderungen darauf ab, den Markt weiter zu regulieren, unter anderem durch strengere Regeln für Immobilienwerbung und Maklerpraktiken.
Obwohl von diesen Maßnahmen eine Verbesserung der Transparenz erwartet wird, sind sich Experten einig, dass es ohne eine deutliche Erhöhung des Angebots kaum Anzeichen dafür gibt, dass die Preise in naher Zukunft sinken werden.
Redaktion Wirtschaft
Bild: Dalmatinka-Media





