Eine neue Übersicht über den kroatischen Immobilienmarkt hat eine anhaltende Verlangsamung der Immobilientransaktionen aufgezeigt, obwohl die Preise steigen und die Herausforderungen der Bezahlbarkeit zunehmen, insbesondere in Küstenregionen und Großstädten.

Die Ergebnisse wurden in Zagreb auf einer Fachkonferenz vorgestellt, die vom Ministerium für Raumplanung, Bauwesen und Staatsvermögen und dem Wirtschaftsinstitut organisiert wurde, zusammen mit der Veröffentlichung der jährlichen Marktberichte für 2024 und 2025.
Den Daten zufolge wurden in Kroatien im Jahr 2025 88.395 Immobilientransaktionen verzeichnet, was einem deutlichen Rückgang von 21,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Dies folgt auf einen Rückgang um 9,7 % im Jahr 2024 und signalisiert einen deutlichen Abkühlungstrend nach einem moderaten Wachstum im Jahr 2023. Auch der Gesamtwert der Transaktionen sank um 16,8 % auf 7,67 Milliarden Euro.
Trotz dieser Verlangsamung stiegen die Immobilienpreise weiter. Der Medianpreis für Wohnungen erreichte 2025 2.587 € pro Quadratmeter, ein Plus von 11,3 % gegenüber dem Vorjahr.
Küsten-Hotspots bleiben die teuersten, wobei Split mit über 4.000 € pro Quadratmeter an der Spitze liegt, gefolgt von Dubrovnik (3.921 €), Opatija (3.830 €), Lovran (3.615 €), Malinska-Dubašnica (3.587 €), Umag (3.552 €) , Punat (3.539 €) und Baška (3.523 €).
Im Gegensatz dazu wurden in kontinentalen Gebieten deutlich niedrigere Preise verzeichnet, was auf starke regionale Unterschiede hinweist.
Den niedrigsten Medianpreis pro Quadratmeter verzeichneten Vrbovsko (715 €) und Ogulin (745 €).
Gemessen an den Immobilienverkäufen im Jahr 2025 führt Zagreb mit 13.126 Verkäufen. Es folgen Zadar (1.659), Rijeka (1.610), Osijek (1.322) und Split (1.210). Ein Fünftel aller Immobilienverkäufe im Jahr 2025 entfällt auf diese fünf Städte.
Der Bericht weist außerdem auf veränderte Nachfragemuster hin, wobei sich Käufer zunehmend in Gebieten rund um Großstädte nach günstigeren Alternativen umsehen.
Standorte in der Nähe von Zagreb , Split und Rijeka erfreuen sich aufgrund der stark steigenden Preise in den Städten zunehmender Beliebtheit.
Bezahlbarer Wohnraum bleibt ein zentrales Problem. Analysten weisen darauf hin, dass die Wohnkosten 30 % des Haushaltseinkommens nicht übersteigen sollten; dieser Schwellenwert wird jedoch in vielen Teilen Kroatiens, insbesondere an der Küste, überschritten.
In einigen touristisch geprägten Gebieten können die Wohnkosten bis zu 80 % des Einkommens ausmachen, was den erheblichen Druck auf die Bezahlbarkeit unterstreicht.
Regierungsvertreter betonten, dass die laufenden Wohnungsreformen darauf abzielen, diese Probleme zu lösen. Zu den Maßnahmen gehören die Erhöhung des Angebots an bezahlbarem Wohnraum, die Regulierung von Langzeitvermietungen und die Einschränkung von Kurzzeitvermietungen.
Es gibt auch finanzielle Unterstützungsprogramme für Erstkäufer und Mieter, und Tausende von Anträgen wurden bereits genehmigt.
Die günstigsten Wohnungen befanden sich in Ilok, Plitvicer Seen, Knin, Darda, Pakrac, Vukovar, Grubišno Polje, Beli Manastir, Belišće, Pašman, Delnice, Valpovo, Klinča Selim, Gospić, Požega, Garešnica, Petrinja, Benkovac, Nova Gradiška und Novska.
Die nationale Wohnungsbaustrategie, deren Wert bis 2030 auf über 2 Milliarden Euro geschätzt wird, soll den Markt stabilisieren und den Zugang zu Wohnraum verbessern.
Die neuesten Zahlen lassen jedoch darauf schließen, dass der kroatische Immobilienmarkt trotz laufender politischer Bemühungen weiterhin mit der doppelten Herausforderung rückläufiger Aktivität und steigender Kosten zu kämpfen hat, wobei die Bezahlbarkeit zu einem der dringlichsten Probleme des Sektors geworden ist.
Redaktion Wirtschaft
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