Bis zu 80 Prozent des Meeresbodens der Adria sind durch Schleppnetzfischerei geschädigt – Initiative für ein dringendes Verbot ist im Gange!
Anlässlich des Welttags der Ozeane am 8. Juni hat die Tierschutzorganisation Animal Friends einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit und die Regierung gerichtet . Die Organisation betont, dass ein wirksamer Schutz der Adria ohne ein sofortiges und vollständiges Verbot der Grundschleppnetzfischerei, einer der zerstörerischsten Fangmethoden weltweit, nicht möglich ist. Sie ruft daher alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, eine Petition für ein gesetzliches Verbot dieser Praxis zu unterzeichnen.
Der Weltozeantag bietet die Gelegenheit, das Meer nicht länger nur als Raum für Ausbeutung zu betrachten. Unter der Wasseroberfläche spielt sich eine stille Katastrophe ab: Trawler pflügen täglich den Meeresboden, zerstören Lebensräume, töten unzählige Tiere und verschärfen die Klimakrise weiter – so Vlatka Balaš Cerjak , Kampagnenkoordinatorin bei Animal Friends.
Trostlosigkeit am südlichen Ende der Adria
Aktivisten warnen vor verheerenden Statistiken, wonach bereits bis zu 80 Prozent des Meeresbodens der Adria durch Schleppnetzfischerei geschädigt wurden . Die Grundschleppnetzfischerei zerstört systematisch empfindliche marine Ökosysteme wie Korallenriffe, Schwämme und Seegraswiesen, die als wichtige Laichplätze, Schutzräume und Nahrungsquellen für Hunderte von Meeresarten dienen.
Neben der physischen Zerstörung des Meeresbodens sind Trawler extrem wahllos. Zusätzlich zu den Zielfischen fangen ihre riesigen Netze auch Unmengen an sogenanntem Beifang – Krebstiere, Schalentiere, Stachelhäuter und streng geschützte Meeresschildkröten. Die meisten dieser Tiere werden tot oder schwer verletzt ins Meer zurückgeworfen.
Jahrhunderte werden für die Erholung benötigt
Der Verband betont, dass Kroatien keine Zeit mehr hat, radikale und entscheidende Maßnahmen zum Schutz der Meeresumwelt aufzuschieben.
„Die Schleppnetzfischerei hinterlässt nicht nur leere Netze und dezimierte Fischbestände, sondern auch einen verwüsteten Meeresboden, dessen Erholung Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauert. Ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei muss jetzt und vollständig erfolgen“, so Balaš Cerjak unmissverständlich.
„No-Take-Zonen“ sind ebenfalls eine Lösung
Als wichtigen Schritt zur Rettung der Adria schlägt Friends of Animals außerdem die dringende Ausweisung sogenannter „Schutzzonen“ vor . Dabei handelt es sich um streng geschützte Meeresgebiete, in denen jegliche Fischereitätigkeit sowie die Entnahme von Meeresressourcen gesetzlich verboten ist.
Erfahrungen aus aller Welt zeigen, dass solche Zonen eine außergewöhnliche ökologische Wirkung haben:
- Sie ermöglichen die vollständige und schnelle Wiederherstellung geschädigter Meereslebensräume.
- Sie gewährleisten das reibungslose Wachstum der Fischpopulationen und die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts.
- Sie haben einen positiven Einfluss auf die Umwelt im Allgemeinen, da sich die sich erholenden Populationen im Laufe der Zeit auf natürliche Weise über die Grenzen der Schutzzone hinaus ausbreiten.
Tierfreunde kommen zu dem Schluss, dass es der letzte Moment ist, die Bedeutung des Schutzes unserer Meere zu erkennen, bevor der Schaden unumkehrbar wird, und sie laden die Öffentlichkeit ein, diese Initiative durch Unterzeichnung der Petition zu unterstützen.
Redaktion Natur und Umwelt
Bild: Morski.hr
Video: LegaSeaNZ




