Der Widerstand gegen das von der kroatischen Regierung vorgeschlagene Anti-Inflationspaket wächst. Unternehmer, Handwerker und Kleinvermieter warnen davor, dass die geplanten Steueränderungen zusätzlichen Druck auf kleine Unternehmen und die gesamte Wirtschaft ausüben könnten.
Der Unternehmerverband „Glas poduzetnika“ hat mit seiner Petition „Nein zu neuen Abgaben“ 35.000 Unterschriften gesammelt und die Regierung aufgefordert, die Vorschläge zurückzuziehen, die die pauschalen Steuerverpflichtungen für Handwerker und kleine Beherbergungsbetriebe erhöhen würden.
Vertreter des Wirtschaftsverbandes argumentieren, dass die Maßnahmen Unternehmertum und Wirtschaftstätigkeit negativ beeinflussen könnten. Sie haben zudem angedeutet, dass Proteste weiterhin möglich seien, falls die Gespräche mit der Regierung zu keinem Kompromiss führen sollten.
Das Thema stand im Mittelpunkt zweier getrennter Treffen, die am Montag im Finanzministerium stattfanden. Finanzminister Marko Primorac traf sich mit Vertretern der Kroatischen Handwerkskammer (HOK), während Beamte des Ministeriums separat mit Vertretern von Glas poduzetnika zusammentrafen.
Laut Berichten aus den Treffen standen die geplanten Erhöhungen der Pauschalsteuerzahlungen für Handwerker und kleine Vermieter sowie die potenziellen Auswirkungen der Maßnahmen auf Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe im Mittelpunkt der Diskussionen, so HRT .
Auch Wirtschaftsvertreter forderten eine stärkere Einbindung kleiner Unternehmer in den politischen Entscheidungsprozess und argumentierten, dass diejenigen, die direkt von den Maßnahmen betroffen sind, in die Konsultationen einbezogen werden sollten, bevor Entscheidungen endgültig getroffen werden.
Dalibor Kratohvil, Präsident der Kroatischen Handwerkskammer, bezeichnete das Treffen mit dem Finanzminister als konstruktiv. Er sagte, beide Seiten hätten ihre Argumente und Vorschläge vorgetragen und vereinbart, die Gespräche in weiteren Treffen fortzusetzen, um Lösungen zu finden, die den kroatischen Handwerkern zugutekommen.
Glas poduzetnika stellte in ihren Gesprächen mit Ministeriumsbeamten drei Kernforderungen. Der Verband fordert die Rücknahme des Vorschlags in seiner jetzigen Form, die Einführung von Folgenabschätzungen vor künftigen ähnlichen Maßnahmenvorschlägen sowie einen Grundsatz, wonach jede Erhöhung der finanziellen Verpflichtungen durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen wird.
Der Verband hat außerdem beantragt, dass anerkannte Vertreter von Kleinunternehmern, Vermietern und Handwerkern formell in künftige Gespräche mit der Regierung einbezogen werden.
Dražen Oreščanin, ein Mitglied des Aufsichtsrats des Verbandes, sagte, die Organisation sei der Ansicht, dass politische Entscheidungen auf einer detaillierten Analyse und Konsultation der betroffenen Interessengruppen basieren sollten.
Lana Šiljeg, stellvertretende Vorsitzende von Glas poduzetnika, warnte unterdessen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen weitreichendere Folgen für die Wirtschaft haben könnten. Sie erklärte, der Verband beabsichtige, seine Anliegen weiterhin über institutionelle Kanäle zu verfolgen und sich dabei alle Optionen offenzuhalten.
Weitere Gespräche zwischen der Regierung und Wirtschaftsvertretern werden in den kommenden Wochen erwartet, da die Diskussionen über die endgültige Ausgestaltung des Anti-Inflationspakets andauern, das Anfang nächsten Jahres in Kraft treten soll.
Redaktion Politik
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