Kroatiens Tourismusbranche bleibt trotz monatelanger Debatten über steigende Urlaubspreise und wachsender Besorgnis über veränderte Reisegewohnheiten weiterhin auf Kurs für ein weiteres erfolgreiches Jahr.
Nach einem Treffen mit Vertretern der Tourismusverbände in der Gespanschaft Zadar erklärte Kristjan Staničić , Direktor des Kroatischen Nationalen Tourismusverbands (HTZ), dass die Saison bisher genau wie erwartet verlaufen sei und die Besucherzahlen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 im Großen und Ganzen den Rekordergebnissen des Vorjahres entsprächen.
Obwohl der Juni etwas schwächer ausfiel als im Jahr 2025, konnte ein besonders starker Mai diesen Unterschied ausgleichen, während vorläufige Zahlen für Juli darauf hindeuten, dass die Tourismusleistung des Landes stabil bleibt.
Preise weiterhin im Fokus
Die Preisfrage dominiert jedoch weiterhin die Diskussion.
„Wir haben viel über Preise gesprochen“, sagte Staničić. „Ob Kroatien zu teuer ist, hängt davon ab, was man vergleicht. In manchen Bereichen sind wir günstiger als unsere Konkurrenten, in anderen teurer. Letztendlich werden die Preise vom Markt bestimmt.“
Statt sich ausschließlich auf die Kosten zu konzentrieren, liegt der Fokus laut Tourismusverantwortlichen darauf, den Besuchern sowohl während der Hochsaison im Sommer als auch in den zunehmend wichtigen Herbstmonaten einen hervorragenden Service zu bieten.
Im Mittelpunkt des Treffens stand auch die Zukunft des kroatischen Tourismus, einschließlich Plänen zur Modernisierung der digitalen Infrastruktur des Landes.
Zu den angekündigten Projekten gehören die Schaffung einer zentralen digitalen Bibliothek mit Fotos, Videos und Werbematerial für Tourismuskampagnen sowie eine umfassende Modernisierung des eVisitor -Registrierungssystems zur Verbesserung der Überwachung von Ankünften und Abreisen der Touristen.
Staničić hob außerdem den wachsenden Erfolg der Initiative „Local Host“ hervor , die qualitativ hochwertige private Unterkunftsanbieter auszeichnet.
Das vom kroatischen Fremdenverkehrsamt in Zusammenarbeit mit Booking.com entwickelte Programm scheint erfolgreich zu sein. Unterkünfte mit dem „Local Host“-Label verzeichneten im ersten Jahr eine um 5,7 Prozent höhere Auslastung als vergleichbare Unterkünfte ohne Zertifizierung.
Illegale Vermietungen und Marktdruck
Unterdessen bestätigten Regierungsbeamte, dass ein neues Gastgewerbegesetz das Parlament durchläuft und härtere Maßnahmen gegen illegale Beherbergungsbetriebe einführen wird.
Gemäß dem Gesetzesvorschlag muss jeder Beherbergungsbetrieb, der auf Online-Buchungsplattformen wirbt, eine eindeutige Registrierungsnummer beantragen. Ohne diese Nummer ist es ihnen nicht gestattet, ihre Unterkünfte anzubieten.
Die Durchsetzung der Vorschriften wird ebenfalls verstärkt, indem Zollbeamte und kommunale Inspektoren die staatliche Inspektion bei der Bekämpfung illegaler Vermietungen unterstützen.
Trotz der überwiegend positiven Aussichten räumten führende Vertreter der Tourismusbranche ein, dass der Markt zunehmend unberechenbarer werde.
Vanja Čvrljak, Direktorin des Tourismusverbands der Gespanschaft Zadar, bezeichnete die aktuelle Saison als „herausfordernd, turbulent und ungewöhnlich“ und wies auf erhebliche Schwankungen bei Ankünften, Übernachtungen und Nachfrage hin.
Er warnte davor, dass in Kroatien möglicherweise bereits ein Ungleichgewicht zwischen dem rasanten Wachstum der Beherbergungskapazitäten und der tatsächlichen Nachfrage der Besucher bestehe – eine Herausforderung, von der viele erwartet hatten, dass sie erst in zwei oder drei Jahren auftreten würde.
Dennoch betonte Čvrljak, dass der kroatische Tourismus weiterhin wettbewerbsfähig sei.
„Das größte Problem sind nicht die Preise“, sagte er. „Es sind die illegalen Unterkünfte.“
Redaktion Tourismus
Bild: Dalmatinka-Media




