Der kroatische Präsident Zoran Milanović hat die Ernennung des von Israel vorgeschlagenen Botschafters in Kroatien abgelehnt und dies mit Meinungsverschiedenheiten über die Politik der derzeitigen israelischen Regierung begründet.
In einer am Sonntag veröffentlichten, scharf formulierten Erklärung bestätigte das Büro des Präsidenten, dass der vorgeschlagene israelische Botschafter, Nissan Amdur , die erforderliche Zustimmung des kroatischen Präsidenten „weder erhalten hat noch erhalten wird“.
Laut der Erklärung warf das kroatische Präsidialamt der israelischen Seite vor, gegen etablierte diplomatische Gepflogenheiten verstoßen zu haben, indem sie die Nominierung des Botschafters öffentlich bekannt gab, bevor die formelle Zustimmung erteilt worden war.
„Die Erteilung oder Verweigerung der Zustimmung zu vorgeschlagenen Botschaftern ist ein souveränes Recht der Republik Kroatien“, teilte das Präsidialamt mit.
In der Erklärung hieß es weiter, dass „öffentlicher oder politischer Druck“ von israelischer Seite Milanovićs Entscheidung nicht beeinflussen würde.
Diplomatische Spannungen treten öffentlich zutage
Gemäß kroatischem Recht und diplomatischem Protokoll muss der Präsident die Ernennung ausländischer Botschafter formell genehmigen, bevor diese ihr Amt im Land offiziell antreten können.
Das Präsidialamt betonte, dass es sich traditionell nicht öffentlich zu Botschafterernennungen äußere, erklärte jedoch, dass es sich zu einer Stellungnahme entschlossen habe, nachdem die israelischen Behörden die geplante Ernennung öffentlich bekannt gegeben hatten.
In der Erklärung wurde zwar nicht näher erläutert, welche Maßnahmen oder Richtlinien der israelischen Regierung zu dieser Entscheidung geführt haben, doch Milanović hat sich in der Vergangenheit bereits deutlich zu internationalen Konflikten und außenpolitischen Fragen geäußert.
Redaktion Politik
Bild: Dalmatinka-Media




