Home Land und Leute Natur und Umwelt Es ist Artischockenzeit – Ein gesundes aber wenig genutztes Gemüse

Es ist Artischockenzeit – Ein gesundes aber wenig genutztes Gemüse

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In vielen Gärten sieht man diese riesigen, distelartigen Pflanzen mit ihren wunderschönen weiß behaarten Blättern. Jetzt, Ende April beginnen sie in Kroatien ihre Blüten zu treiben, was ich zum Anlass nehme, diese Pflanze vorzustellen.

Cynara cardunculus Linné, 1753 – Artischocke bzw. artičoka gehört zu den Korbblütern. Früher wurde namentlich die Zuchtform Carduus cynara Krause, 1906 von der Wildform Cynara cardunculus Linné, 1753 unterschieden. Das wurde wieder geändert, sodass es nur noch einen gültigen wissenschaftlichen Namen gibt.

Bei der Zuchtartischocke gibt es zwei Zuchtrichtungen: Bei der ersten wurde Wert auf große Blüten und damit Blütenböden gelegt. Bei der Cary hingegen wurden darauf geachtet, dass die Stängel und Triebe dickfleischig sind und als Gemüse verwendet werden können.




Der Artname cardunculus leitet sich von der lateinischen Bezeichnung carduus = Distel ab. Er beschreibt den distelähnlichen Habitus der Artischocke. Sie ist mehrjährig, im ersten Jahr erscheint eine basale Blattrosette, deren Mitte die Blütenstängel entsprießen. Die Pflanze kann bei guten Bedingungen bis zu 250 cm hoch werden, die Blätter sind weit ausladend und tief geschlitzt.




Die große Blüte ist im geschlossenen Zustand von kräftigen, schuppenartig übereinander liegenden Kelchblättern umschlossen, die am Ende einen Dorn tragen können. Und die Kelchblätter sind es auch, die man neben den Blütenböden zumindest zum Teil essen kann. Aber das verrate ich in einem anderen Bericht.




Bei den Kultivaren ist die Anzahl der Blüten im Gegensatz zur Wildform deutlich verringert. Dafür sind sie wesentlich größer und bauchiger. Die Blüte selbst besteht ausschließlich aus violetten Röhrenblüten.

Die Wildform findet man in trockenen, steinigen Gebieten, die Zuchtform in Gärten und auf Äckern.

Vor ein paar Jahren kamen Nahrungsergänzungsmittel mit Extrakten der Artischocke in Mode. Ihre Wirkung ist sicher nicht anzuzweifeln, aber ich bevorzuge dann doch das Gemüse, ganz frisch zubereitet.

Die positive Wirkung der Artischocke wurde bereits 370 v.Chr. von Theophrast beschrieben. Heute sind die Inhaltsstoffe erforscht, und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese Pflanze ein Jungbrunnen für unseren Stoffwechsel ist. Denn sie wirken sich positiv auf die Leber und die Produktion der Gallensäure aus. Ein Umstand, der den italienischen Likör Cynar mit Extrakten aus den Blättern zu einem beliebten Digestiv gemacht hat. Außerdem wirkt sich die Kombination der enthaltenen Flavonoide, Sesquiterpenlactone, Caffeoylchinasäuren und natürlich des Cynarins positiv auf Diabetes und erhöhte Blutfettwerte aus.

In Dalmatien hat man aus den Blättern einen Saft gepresst, der unter anderem gegen Ohrenschmerzen helfen soll.

Ein Beitrag von: Moni Losem
 Quelle und Bilder: Kroatiens Fauna und Flora
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