Home Land und Leute Natur und Umwelt Sempervivum tectorum – eine alte Heilpflanze wieder ganz aktuell

Sempervivum tectorum – eine alte Heilpflanze wieder ganz aktuell

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Mit Freude sehe ich, dass in Kroatien immer mehr Artikel erscheinen, die sich mit einheimischen Pflanzen und ihrer Wirkung beschäftigen. So geht das Wissen, das in vielen Jahren gesammelt wurde, nicht verloren. Und mir ist es immer noch lieber, eine heimische Pflanze zu verwenden, als eine importierte, von der ich nicht weiß, wo sie genau gewachsen ist und welchen Umwelteinflüssen sie ausgesetzt ist.




Eine der ältesten Heilpflanzen ist die Hauswurz, die, und darauf geht der deutsche Name zurück, auf Dächern gepflanzt wurde. Diese mehrjährige, stark sukkulente Pflanze hält die extremen Bedingungen hier aus und kann auch lange Hitzeperioden schadlos überstehen. In den fleischigen Blättern sammelt sie viel Wasser, das durch die dicke Epidermis nicht so schnell verdunsten kann. Und das ist vermutlich auch der Grund, warum sie vor Blitz und Feuer schützen soll – ein bepflanztes Dach ist ein natürliches Wasserreservoir, das kleine Flammen ersticken kann.

Und auch für uns ist das Wasser in den Blättern überaus nützlich, er mildert auf die Haut aufgetragen Insektenstiche, kleine Verletzungen der Haut sowie kleine Verbrennungen, wobei ich bei letzteren das Zimbelkraut als perfektes Mittel verwende. Innerlich angewandt soll ihr Saft das Fieber senken aber auch die Leber entgiften. Entsprechende Belege dafür habe ich nicht gefunden.

Wie bei vielen Pflanzen gibt es hier auch recht eigenwillige Anwendungen, die entweder Unsinn oder einfach nicht praktikabel sind. Darunter zähle ich die angeblich aphrodisierende Wirkung, aber auch den Schutz vor glühendem Metall.

Die nachgewiesenen Inhaltsstoffe lassen einen Schluss auf deren Wirkung zu. Gerbstoffe sind entzündungshemmend, sie schützen und pflegen die Haut. Schleimstoffe wirken auf den Feuchtigkeitsfilm der Haut. Äpfelsäure ist geschmacksgebend, der Saft ist sauer. Kämpferol wirkt antibakteriell. Es soll gegen Krebs wirken, da fehlen aber noch klinisch relevante Ergebnisse.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Wirkung und Anwendung durchaus mit der von Aloe vera vergleichbar ist. Also, warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah: pflanzen wir einfach ein paar dieser Dickblattgewächse, erfreuen uns an den hübschen Blüten und haben gleichzeitig eine Miniapotheke im Garten.

Ein Beitrag von: Moni Losem
 Quelle und Bilder: Kroatiens Fauna und Flora
 Quelle: VorsichtGesund
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