Home Land und Leute Natur und Umwelt Smilje oder doch nicht? Subtiler Kundenfang

Smilje oder doch nicht? Subtiler Kundenfang

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Als ich im Schaufenster eines Kosmetikgeschäfts die kleinen Sträuße mit Strohblumen gesehen habe, benannt als „smilje“, also Italienische Strohblume, wusste ich im ersten Moment nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Denn das, was hier unter dem Namen smilje angeboten wird, hat mit der kroatischen Heilpflanze aber so gar nichts zu tun.




Helichrysum italicum (Roth) G.Don, 1830 ist eine wildlebende Pflanze, die bekannt für ihre hautpflegenden Inhaltsstoffe ist. Seit Jahren gilt das extrahierte Öl als regelrechter Jungbrunnen, wird in Cremes, Lotions und sogar in Duschen eingesetzt.

Durch diesen Hype wurden die Wildbestände stark dezimiert. Dort, wo man früher im Juni ein gelbes Blütenmeer fand, gab es nur noch vereinzelt kleine, durch das falsche Pflücken stark verkümmerte Pflanzen. Mittlerweile gab es eine Trendwende, und die Strohblume wird vielerorts kommerziell angebaut. Man findet oft Reihen in Olivenplantagen oder Weinbergen – eine Bepflanzung, die durchaus sinnvoll ist, da der Geruch des Currykrauts Insekten vertreibt.

Aber zurück zu den zum Verkauf angebotenen Sträußen. Die gute Nachricht ist, dass in den vertrieben Produkten tatsächlich „smilje“ enthalten ist. Was mir aber nicht gefällt ist, dass eine andere Pflanze, die zwar mit der echten Strohblume verwandt ist, dort verkauft wird. Und irgendwie wird suggeriert, dass es sich hierbei um die echte Heilpflanze handelt.

Ein kleiner Strauß kostet 55 Kuna, also etwa 8 Euro – und das im Ursprungsland des Currykrauts.

 

 

Ein Beitrag von: Moni Losem
 Bilder: Moni Losem
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