Neue EU-Regeln zur Regulierung von Kurzzeitvermietungsplattformen für Unterkünfte wie Airbnb und Booking.com sind am Mittwoch in Kraft getreten. Brüssel will damit die Transparenz und Aufsicht in diesem schnell wachsenden Sektor erhöhen.

Die Verordnung, offiziell bekannt als Verordnung (EU) 2024/1028, führt obligatorische digitale Registrierungssysteme für Gastgeber ein und verpflichtet Plattformen, regelmäßig Daten mit nationalen Behörden auszutauschen, darunter Informationen über Gästezahlen, Übernachtungen und Registrierungsdaten für Unterkunftseinheiten.
Die Regeln gelten ab dem 20. Mai in allen EU-Mitgliedstaaten, einschließlich Kroatien, nach monatelangen Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union.
Die Europäische Kommission schlug die Gesetzgebung erstmals 2022 im Rahmen ihrer Strategie für kleine Unternehmen und den digitalen Markt vor, zu einer Zeit, als mehrere europäische Städte, darunter Paris und Barcelona, vor den zunehmenden Auswirkungen von Kurzzeitvermietungen auf die Verfügbarkeit von Wohnraum, die Infrastruktur und die lokalen Gemeinschaften warnten.
Laut der Verordnung bestand eines der Hauptprobleme darin, dass es keine verlässlichen und standardisierten Informationen über Gastgeber, Unterkunftsstandorte und Vermietungsaktivitäten gab, was es den Behörden erschwerte, den Markt zu überwachen und eine wirksame öffentliche Politik zu entwickeln.
Nach dem neuen Rahmenwerk müssen Mitgliedstaaten, die Zugang zu Plattformdaten wünschen, einen einzigen digitalen Zugangspunkt einrichten.
Die Plattformen werden zudem verpflichtet, Registrierungsnummern zu überprüfen und Einträge zu entfernen, die nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Der Datenaustausch mit den Behörden wird voraussichtlich größtenteils monatlich über automatisierte Systeme erfolgen.

Die niederländische Europaabgeordnete Kim Van Sparrentak, die im Europäischen Parlament als Berichterstatterin für die Gesetzgebung fungierte, drängte während der Verhandlungen auf stärkere Befugnisse für die nationalen Behörden in Fällen, in denen es um ungenaue oder verdächtige Daten geht, einschließlich der Aussetzung von Zulassungsnummern.
Das Europäische Parlament hat den endgültigen Text im Februar 2024 mit 493 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und 33 Enthaltungen angenommen.
Kroatien bereitet neues digitales Registrierungssystem vor
Kroatien verknüpft die Umsetzung der EU-Verordnung mit einem neuen Gastgewerbegesetz, das vom Ministerium für Tourismus und Sport vorgeschlagen wurde.
Tourismus- und Sportminister Tonči Glavina sagte, der Gesetzesvorschlag würde einen „klaren Rahmen für die Bekämpfung nicht registrierter Kurzzeitvermietungen“ schaffen und bezeichnete ihn als den bisher größten Schritt des Landes im Kampf gegen die Schattenwirtschaft in diesem Sektor.
Der Vorschlag sieht ein einheitliches digitales Registrierungsverfahren für Gastgeber und obligatorische Registrierungsnummern für jede Unterkunftseinheit vor, um zu verhindern, dass nicht registrierte Objekte auf digitalen Plattformen beworben werden.
Die Behörden hätten außerdem die Befugnis, Zulassungsnummern in Fällen unrichtiger Angaben oder illegaler Aktivitäten auszusetzen oder zu entziehen.
Das umfassendere Reformpaket beinhaltet Pläne zur Digitalisierung aller Verwaltungsverfahren über das zentrale eTourism-Registersystem Kroatiens, von Kategorisierungsanträgen bis hin zu Genehmigungen.
Die Aufsichtsbefugnisse würden zudem auf Zollbehörden und örtliche Gemeindepolizisten neben der staatlichen Aufsichtsbehörde ausgeweitet.
Zu den weiteren vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die obligatorische regelmäßige Neukategorisierung von Unterkünften, strengere Strafen für illegale Betriebe und die Einstellung der Erteilung neuer Genehmigungen für Wohnungen und Zimmer in Wohngebäuden.
Das Ministerium erklärte, das rasante Wachstum von Kurzzeitvermietungsplattformen habe in Verbindung mit unzureichenden Marktdaten zu einem Druck auf das Wohnungsangebot und zu steigenden Immobilienpreisen beigetragen, insbesondere in beliebten Touristengebieten.
Die kroatische Europaabgeordnete und ehemalige Tourismusministerin Nikolina Brnjac sagte, die Verordnung würde die Transparenz verbessern und den Mitgliedstaaten helfen, den Druck auf Tourismus und Wohnungsmarkt besser zu bewältigen.
Sie merkte an, dass jede Mieteinheit eine Identifikationsnummer erhalten würde und illegale Angebote von digitalen Plattformen entfernt werden könnten, und bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt zur Reduzierung der Schattenwirtschaft.
Brnjac hob außerdem die bestehenden digitalen Tourismusüberwachungssysteme Kroatiens, einschließlich eVisitor, hervor und erklärte, diese böten eine solide Grundlage für die Umsetzung der EU-Verordnung und ein datengestütztes Tourismusmanagement.
Sie fügte hinzu, dass bereits auf EU-Ebene Gespräche über mögliche künftige gesetzgeberische Maßnahmen geführt würden, die es den Mitgliedstaaten ermöglichen könnten, gezielte Beschränkungen in Gebieten mit starkem Wohnungsdruck einzuführen, darunter Begrenzungen von Übernachtungen, Genehmigungssysteme und Zonierungsmaßnahmen.
Laut Brnjac könnte die Europäische Kommission bis Ende des Jahres weitere Vorschläge vorlegen.
Redaktion Tourismus
Bild: Dalmatinka Media




