Die Immobilienverkäufe in Kroatien sind im vergangenen Jahr um 42 % zurückgegangen, obwohl die Preise für Wohnimmobilien weiter steigen. Dies verdeutlicht die gegensätzlichen Trends, die den Wohnungsmarkt des Landes prägen.
Den neuesten Zahlen zufolge stiegen die Hauspreise im gleichen Zeitraum um 14 Prozent, fast dreimal so stark wie der Durchschnitt der Europäischen Union von rund 5 Prozent.
Dubravko Ranilović , Präsident des Immobilienwirtschaftsverbands der Kroatischen Wirtschaftskammer (HGK), sagte gegenüber RTL Danas , dass der Rückgang der Transaktionen keine neue Entwicklung sei, sondern der Immobilienumsatz bereits das vierte Jahr in Folge sinke.

Ranilović sagte, dass mehrere Faktoren für die Verlangsamung verantwortlich seien, darunter hohe Immobilienpreise, ein begrenztes Wohnungsangebot und eine große Anzahl leerstehender Häuser, die nicht auf dem Markt angeboten werden.
Er fügte hinzu, dass die jüngsten Regierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Wohnraumerschwinglichkeit darauf abzielen, dem Mangel an verfügbaren Immobilien entgegenzuwirken.
Trotz rückläufiger Verkaufszahlen sind die Preise weiter gestiegen, da Wohnimmobilien nach wie vor eine attraktive Investition darstellen. Ranilović erklärte, die relativ niedrigen Zinsen in Verbindung mit der anhaltenden Inflation hätten viele Käufer dazu veranlasst, Häuser als Kapitalanlage und nicht nur zur Deckung des eigenen Wohnbedarfs zu erwerben.
Er merkte außerdem an, dass der Mangel an verfügbarem Wohnraum weiterhin zu höheren Preisen beitrage.
Obwohl die Zahl der Transaktionen stark zurückgegangen ist, glaubt Ranilović nicht, dass Kroatien vor einem Zusammenbruch des Immobilienmarktes steht, wie er nach der globalen Finanzkrise 2008 zu beobachten war.
Er sagte, die Marktbedingungen seien heute anders, fügte aber hinzu, dass einige Preiskorrekturen wahrscheinlich seien, insbesondere wenn Eigentümer, die aus persönlichen Gründen verkaufen müssen, auf den Markt kommen.
Ranilović sagte, es sei unmöglich vorherzusagen, wann es zu umfassenderen Preisanpassungen kommen könnte, und verwies auf globale Wirtschaftsfaktoren, die weiterhin sowohl den Immobilienmarkt als auch die Gesamtwirtschaft beeinflussen.
Er gab außerdem bekannt, dass viele der aktuell zum Verkauf angebotenen Immobilien keine Käufer finden und weniger als ein Drittel der inserierten Objekte letztendlich verkauft werden. Seiner Meinung nach deutet dies darauf hin, dass viele Häuser zu unrealistischen Preisen angeboten werden.
Redaktion Wirtschaft
Bild: kroati.de



