Kroatien hat in den letzten zehn Jahren rund 4,6 Milliarden Euro in seine bewohnten Inseln investiert. Weitere 25 Millionen Euro in Form neuer Verträge sollen nun die kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur, der öffentlichen Dienstleistungen und der Lebensqualität unterstützen, teilte die Regierung am Montag mit.
Die Zahlen wurden bei einer Sitzung des Otočno vijeće (Inselrats) in Postira auf der Insel Brač hervorgehoben, wo 104 Verträge formell vom Ministerium für regionale Entwicklung und EU-Fonds sowie vom Ministerium für Umweltschutz und grünen Wandel vergeben wurden.
Das neue Finanzierungspaket zielt darauf ab, die Infrastruktur, das Gesundheitswesen, das Bildungswesen und weitergehende Inselentwicklungsinitiativen im ganzen Land zu stärken.
Kroatien besitzt 52 bewohnte Inseln, die zu einem zentralen Bestandteil der nationalen Entwicklungspolitik geworden sind. In den vergangenen zehn Jahren beliefen sich die Investitionen in die Inselregionen auf insgesamt 4,6 Milliarden Euro, wobei die Fördermittel im Vergleich zu den Zahlen von 2025 um 553 Millionen Euro gestiegen sind.
Offizielle Vertreter wiesen darauf hin, dass Inseln eine bedeutende Rolle im kroatischen Tourismus spielen und fast ein Viertel aller Übernachtungen im Land ausmachen, was ihre Wichtigkeit sowohl für die saisonale als auch für die ganzjährige Tourismusentwicklung unterstreicht.
Insgesamt wurden auf den kroatischen Inseln im Rahmen des aktuellen Entwicklungsrahmens bereits rund 5.400 Projekte umgesetzt.
Die Gesundheitsversorgung auf den Inseln wurde durch neue mobile Dienste und Notfallreaktionssysteme erweitert, darunter mobile Kliniken, mobile Apotheken und Hubschrauber-Notfalldienste.
Der Hubschrauberstützpunkt auf Brač hat sich zu einem wichtigen operativen Zentrum entwickelt, das einen großen Teil der Adria abdeckt. Seit seiner Einrichtung vor zwei Jahren hat der Dienst rund 4.000 Einsätze durchgeführt.
Weitere Investitionen sind in die ärztliche Fachausbildung, in Primärversorgungszentren, in die Telemedizin und in die Digitalisierung der Gesundheitsdienste geplant, mit dem Ziel, die Zugänglichkeit und Qualität der Versorgung für die Inselbewohner zu verbessern.
Bildung bleibt eine zentrale Priorität, unterstützt durch einen umfassenderen nationalen Investitionszyklus im Wert von 3,2 Milliarden Euro.
Auf den Inseln laufen derzeit 20 Kindergartenprojekte, darunter Neubau-, Erweiterungs- und Ausstattungsmodernisierungsmaßnahmen, die voraussichtlich 872 neue Betreuungsplätze für Kinder schaffen werden.
Darüber hinaus werden neun Projekte zum Bau und zur Sanierung von Grundschulen und Sporthallen umgesetzt. Schulen auf Brač und Korčula nehmen außerdem an einem Pilotprojekt für Ganztagsunterricht teil.
Die Regierung hat die lokalen Behörden auch durch Maßnahmen zur finanziellen Nachhaltigkeit der frühkindlichen Bildung unterstützt und so dazu beigetragen, die langfristige Finanzierungsstabilität der Kindergärten zu gewährleisten.
Die Bezahlbarkeit von Wohnraum wurde als ein wichtiges nationales Thema hervorgehoben, und der nationale Wohnungsbauplan der Regierung wird auch in Inselgemeinden umgesetzt.
Die Wasserinfrastruktur verbessert sich stetig; mittlerweile sind 92 % der Inselbewohner an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Seit 2016 wurden 324 Millionen Euro in Wassermanagementprojekte investiert.
Zukünftige Entwicklungen umfassen verbesserte Wasserverbindungen zwischen Omiš und Brač, Brač und Šolta sowie Systemmodernisierungen auf den Zadar-Inseln und Mljet.
Die Energieinfrastruktur wird ebenfalls gestärkt; in den letzten Jahren wurden 86 Millionen Euro in Übertragungs- und Verteilungsnetze investiert. Zu den weiteren Projekten gehören der Ausbau erneuerbarer Energien, Solaranlagen, Smart-City-Initiativen und die energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden.
Am Ende der Veranstaltung wurden 23 neue Produzenten mit dem Label „Croatian Island Product“ ausgezeichnet, das Qualität, Tradition und Authentizität der auf der Insel hergestellten Produkte würdigt.
Bei dem Treffen wurden auch weiter gefasste Entwicklungsprioritäten erörtert, darunter die maritime Vernetzung, die Finanzierung von Fischerei und Aquakultur sowie die weitere Stärkung der Stromnetze in den Inselregionen.
Ministerpräsident Andrej Plenković betonte das anhaltende politische Engagement für die Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse der Insel und merkte an, dass die Bewohner am besten in der Lage seien, Bereiche für weitere Verbesserungen zu identifizieren.
Redaktion Wirtschaft
Bild: Dalmatinka-Media






