Home Wirtschaft Die kroatische Zentralbank warnt vor steigenden Zinsen und Risiken auf dem Immobilienmarkt

Die kroatische Zentralbank warnt vor steigenden Zinsen und Risiken auf dem Immobilienmarkt

von Norbert Rieger
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Die Warnung wurde im Anschluss an eine Sitzung des Rates der Kroatischen Nationalbank (HNB) ausgesprochen, in der die systemischen Finanzrisiken im ersten Halbjahr 2026 überprüft wurden.

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Laut HNB sind die Hauptursachen für die Anfälligkeit im Inland die starke Ausweitung der Kreditvergabe an den privaten Nichtfinanzsektor und der anhaltende starke Anstieg der Preise für Wohnimmobilien.

Obwohl diese Entwicklung teilweise durch günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen, wie steigende verfügbare Einkommen und einen starken Arbeitsmarkt, begünstigt wird, erklärte die Zentralbank, dass das Kreditwachstum und die Immobilienpreise schneller zunähmen als die Einkommen.

Dies trage, so die Warnung, zu einer Anhäufung zyklischer Schwachstellen bei.

Die HNB erklärte, dass eine Verlangsamung oder Umkehr des Finanz- und Konjunkturzyklus hohe Verschuldungsgrade zur Folge haben könnte, die Haushalte und Banken anfälliger für potenzielle Schocks machen. Sie warnte zudem, dass die anhaltende Phase außergewöhnlich starken Hauspreiswachstums das Risiko einer stärkeren Korrektur am Immobilienmarkt erhöhe.

Wachsende Zinsrisiken

Die Zentralbank hob zudem die wachsenden Zinsrisiken für den Bankensektor hervor.

In den letzten Jahren hat der Anstieg langfristiger Festzinskredite und die Investitionen der Banken in langfristige Schuldtitel deren Anfälligkeit gegenüber Zinsschwankungen erhöht. Obwohl Banken Derivate zur Absicherung einiger dieser Risiken einsetzen, erklärte die HNB, dass sich diese Anfälligkeit nicht vollständig eliminieren lasse.

Die steigenden Kosten für die Absicherung gegen Zinsrisiken beeinflussen auch die Art der von Banken angebotenen Kredite.

Die HNB erklärte, Banken würden vermehrt Kredite mit variablen Zinssätzen wieder einführen, oft nach einer anfänglichen Phase mit festen Zinssätzen. Abhängig von der zukünftigen Entwicklung der Marktzinsen könne dies vor allem für Verbraucher und unter bestimmten Umständen auch für die Banken selbst Risiken bergen.

Externe Bedrohungen bleiben ein wichtiger Auslöser

Die HNB erklärte, die wichtigsten potenziellen Auslöser für die Realisierung inländischer Finanzrisiken kämen weiterhin von außerhalb Kroatiens.

Dazu gehören Instabilität in den geopolitischen Beziehungen, die Auswirkungen militärischer Konflikte auf die Wirtschaft und erhöhte Bewertungen an den globalen Aktienmärkten.

Die Zentralbank verwies außerdem auf bestehende makroprudenzielle Maßnahmen, die darauf abzielen, die Anhäufung neuer Risiken zu begrenzen und die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems zu stärken.

Seit Juli 2025 gelten Beschränkungen für bestimmte Kriterien der Konsumentenkreditvergabe. Ab 2027 müssen Banken zudem den antizyklischen Kapitalpuffer auf 2 % erhöhen.

Die HNB erklärte, dass sie bei einer weiteren Zunahme der Risiken für die Finanzstabilität eine Verschärfung der makroprudenziellen Maßnahmen nicht ausschließen würde.

Redaktion Wirtschaft
Bild: Wikipedia

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