„Touristen aus Restaurant geworfen, weil sie nur Pfannkuchen bestellt hatten“. Eine ungewöhnliche Schlägerei in einem beliebten Restaurant auf der Insel Krk löste in den sozialen Netzwerken eine Welle von Reaktionen aus und entfachte erneut die Debatte um Etikette und Regeln in der Gastronomie. Vier ungarische Touristen sollen des Lokals verwiesen worden sein, nachdem sie mitten im abendlichen Trubel beschlossen hatten, lediglich ein Dessert zu bestellen.
Laut Aussage der Mutter eines der jungen Männer wartete die Gruppe etwa 15 Minuten auf einen freien Tisch. Nachdem der Kellner endlich kam, bestellte jeder von ihnen eine Portion Pfannkuchen für sieben Euro. Obwohl die Rechnung insgesamt nur 28 Euro betragen hätte, reagierte der Kellner verärgert und beschwerte sich, dass sie mitten im größten Andrang den Tisch nur für ein Dessert besetzten, während draußen andere Gäste warteten. Schließlich forderte er sie auf, den Tisch freizugeben und zu gehen.
Dieses Ereignis spaltete die Öffentlichkeit stark:
Kritiker des Restaurants sind der Ansicht, dass das Verhalten des Personals inakzeptabel ist und dass 28 Euro kein unerheblicher Betrag sind. Sie betonen, dass der Gast die Freiheit haben sollte, sein Essen selbst auszuwählen.
Die Befürworter der Gastronomen betonen, dass ein Tisch für vier Personen in der Hochsaison deutlich höhere Gewinne abwirft, wenn ein komplettes Menü bestellt wird, und fügen hinzu, dass dies auch in Ländern wie Italien oder Spanien gängige Praxis sei.
In Kroatien gibt es keinen Mindestkonsum.
Die leitende Vertreterin des Kroatischen Fremdenverkehrsamts in Ungarn, Mira Horváth, äußerte sich ebenfalls zu dem Vorfall. Sie erklärte, dass es in Kroatien keine gesetzliche Regelung für einen Mindestverzehr pro Gast gebe, Gastronomen jedoch verpflichtet seien, alle Geschäftsbedingungen und Preislisten klar darzulegen und einzuhalten. Das Kroatische Fremdenverkehrsamt bedauerte die Unannehmlichkeiten, bezeichnete den Vorfall als Einzelfall und wies darauf hin, dass unzufriedene Gäste sich entweder direkt an den Gastronomen oder an die staatliche Aufsichtsbehörde wenden können.
Diese Diskussion findet vor dem Hintergrund zunehmender Debatten über Preise und Servicequalität an der Adria statt. Experten warnen jedoch davor, Einzelfälle zu verallgemeinern, insbesondere angesichts der stetigen Qualitätssteigerung der kroatischen Gastronomie und der steigenden Anzahl an Michelin-Auszeichnungen.
Redaktion Land und Leute
Bild: zVg.




