Der kroatische Präsident Zoran Milanović warnte, dass die Immobilienpreise in Kroatien über das hinaus gestiegen seien, was sich viele Menschen vernünftigerweise leisten könnten. Die Wohnkosten hätten die Grenzen der Belastbarkeit und der finanziellen Möglichkeiten der Bürger überschritten.
Bei der Eröffnung der 20. Tage der Kroatischen Kammer der Bauingenieure in Opatija am Donnerstag sagte Milanović, Kroatien bleibe ein attraktives Ziel für Investitionen, hob aber die wachsende Herausforderung durch steigende Immobilienpreise hervor.
„Die Immobilienpreise sind sehr hoch. Die Wohnkosten haben die Grenze des Zumutbaren und Machbaren schleichend überschritten. Das nominale Lohnwachstum und das Einkommenswachstum der Bevölkerung können damit nicht Schritt halten“, sagte der Präsident.
Milanović deutete an, dass die Situation teilweise eine Folge der kroatischen EU-Mitgliedschaft sei. Er betonte, dass die EU-Mitgliedschaft eher unter dem Gesichtspunkt einer pragmatischen Nutzen-Kosten-Abwägung als als ideologisches Projekt betrachtet werden sollte.
Laut dem Präsidenten sollte Kroatien ständig evaluieren, was es durch die EU-Mitgliedschaft gewonnen und was es dazu beigetragen hat, und dabei anerkennen, dass der Beitritt zum Staatenbund eine wichtige langfristige Entscheidung war, die nicht ohne Weiteres rückgängig gemacht werden kann.
Er warnte auch davor, anzunehmen, dass eine EU-Mitgliedschaft automatisch eine kontinuierliche Verbesserung garantiere, und sagte, die Erwartungen sollten realistisch bleiben.
Milanović wandte sich dem Bausektor zu und bezeichnete ihn als wichtigen Indikator für die Entwicklung eines Landes und seinen allgemeinen nationalen Wohlstand. Er sagte, das Bauwesen spiegele sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die sichtbaren Errungenschaften einer Nation wider.
Der Präsident lobte Kroatiens Tradition qualitativ hochwertiger Bauweise und merkte an, dass die im vergangenen Jahrhundert errichteten Gebäude im Allgemeinen hohen Standards entsprochen hätten. Er betonte, dass die Sicherstellung der Qualität weiterhin eine zentrale Verantwortung für Ingenieure und Fachleute der Baubranche sei.
Milanović begrüßte außerdem die seiner Ansicht nach gute Zusammenarbeit zwischen den Bauingenieuren und dem Ministerium für Raumplanung, Bauwesen und Staatsvermögen.
Zum Abschluss seiner Rede forderte er effiziente, aber ausgewogene Verwaltungsverfahren und betonte, dass Vorschriften und Ordnung weiterhin wichtig seien. Er unterstrich zudem die bedeutende Rolle von Architekten und Ingenieuren bei der Gestaltung des Erscheinungsbildes, der Funktionalität und des langfristigen Erbes der gebauten Umwelt.
Die Veranstaltung brachte Fachleute aus dem gesamten kroatischen Bausektor zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in den Bereichen Ingenieurwesen, Baustandards und Stadtentwicklung zu diskutieren.
Redaktion Wirtschaft
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