Der Winter gibt ein weiteres Gastspiel: „Im Stadtzentrum friert uns wegen ein bisschen Schnee das Blut in den Adern!“

Der laute HR-ALARM des SRUUK-Systems erschreckte gestern Morgen um 6:00 Uhr die Bewohner der Kvarner-Region und von Gorski Kotar und löste eine Reihe von Reaktionen aus, die die Notwendigkeit einer solchen Warnung angesichts des angekündigten Schneefalls infrage stellten. Während die Bürger schockiert und panisch auf das laute Signal reagierten, das für die im März üblichen Wetterbedingungen ungewöhnlich ist, warnen Experten davor, dass ein übermäßiger Gebrauch des Alarms das Vertrauen in das System untergraben kann, schreibt das Portal Fiuman.

Seit mehreren Tagen wird für die Regionen Kvarner und Gorski Kotar mit Unwettern, Starkregen und Schneefall in den Bergen gerechnet. Solche Vorhersagen sind Ende März nicht ungewöhnlich, insbesondere für unsere Gegend. Aus diesem Grund wurden am Donnerstag um Punkt 6:00 Uhr zahlreiche Bürger durch einen lauten Warnton auf ihren Mobiltelefonen geweckt. Die Meldung über „erhebliche Gefahr“, verfasst in Kroatisch und Englisch, warnte vor Schnee, starkem Wind und schwierigen Bedingungen und riet zu besonderer Vorsicht. Kurz darauf erreichte die gleiche Warnung auch eine SMS.
Die Art und Weise, wie das Warnsystem aktiviert wurde, hat eine Reihe von Reaktionen hervorgerufen, die die Frage aufwerfen: Wo verläuft die Grenze zwischen rechtzeitiger Warnung und unnötiger Beunruhigung der Bürger? Das Problem liegt nicht im Warnsystem an sich, sondern im Kontext seiner Aktivierung. Zum Zeitpunkt des Versands der Meldung regnete es in Rijeka nur leicht, während es in Teilen von Gorski Kotar zwar etwas schneite, jedoch nicht in einem Ausmaß, das von den üblichen Winter- oder Übergangsbedingungen abweicht. Genau dieses Missverhältnis zwischen der tatsächlichen Lage vor Ort und dem Alarmniveau hat bei vielen Menschen Unbehagen, ja sogar Panik ausgelöst.
Das SRUUK-System wurde mit einem klaren Ziel eingeführt: Bürger schnell und effektiv vor Situationen zu warnen, die Leben und Eigentum gefährden könnten. Seine Stärke liegt jedoch gerade in seiner Selektivität. Wird es zu häufig oder in Situationen eingesetzt, die die Bürger nicht als reale Bedrohung wahrnehmen, besteht die Gefahr, dass es schließlich ignoriert wird. Gerade dann, wenn die Warnung wirklich entscheidend ist, kann ihre Wirkung geschwächt werden.
Die Reaktionen der Bürger waren nahezu einhellig. Viele gaben an, zunächst Angst gehabt zu haben, einige malten sich weitaus schlimmere Szenarien aus, und zahlreiche betonten, von einem plötzlichen und lauten Signal geweckt worden zu sein, das keine Zeit für eine allmähliche Information ließ. Die Tatsache, dass es früh am Morgen war, verstärkte den Eindruck der Panik zusätzlich.
Nachfolgend einige Reaktionen von Bürgern fast unmittelbar nach dem Ertönen des Alarms in den frühen Morgenstunden:
„Alles Mögliche … Ich dachte schon, die drehen völlig durch, und das Zentrum lässt uns wegen ein bisschen Schnee das Blut in den Adern gefrieren.“ – Alen Š.
„Ich hätte fast einen Herzinfarkt bekommen, die sind doch nicht normal!“ – Mia S.
„Es hat meine Kinder aufgeweckt. Ich bin rausgegangen und habe nach dem Wetter geschaut.“ – Anto S.
„Die sind nicht normal, die verbreiten nur unnötige Panik.“ – Edina K.
„Ja, mein Herz hat fast ausgesetzt! Es ist, als hätte es noch nie Schnee und eine Bora im dritten Monat gegeben.“ – Sandra Z.
„Mein Herz hat fast ausgesetzt, als ich begriffen habe, was los war.“ – Lili K.
„Meine Tochter hatte dasselbe, das Kind ist aufgewacht … wir sind alle zusammengezuckt, es war furchtbar.“ – Miroslava B.
„Mein Mann und ich hatten Angst, das Geräusch war schrecklich.“ – Dijana G.
Solche Reaktionen sollten nicht einfach als Übertreibungen abgetan werden. Sie weisen auf ein Kernproblem hin: Risikokommunikation ist nicht nur eine Frage des Inhalts, sondern auch der Art, des Zeitpunkts und der Intensität der Botschaft. Ein System, das Vertrauen und ein Gefühl der Sicherheit schaffen soll, darf nicht das Gegenteil bewirken.
Die Frage nach den Kriterien für die Aktivierung eines solchen Systems bleibt ungeklärt. Sollte die Benachrichtigung, wie inoffiziell bekannt ist, auf Anordnung des Staatlichen Hydrometeorologischen Instituts erfolgt sein, muss weiter aufgeklärt werden, auf welcher Grundlage die Einschätzung getroffen wurde, dass die Situation die höchste Warnstufe erfordert.
Die Bürger haben ein Recht auf zeitnahe Information, aber auch auf eine angemessene Reaktion des Systems. Andernfalls besteht die Gefahr, dass jede weitere Warnung auf Misstrauen stößt – ein Szenario, das sich kein Katastrophenschutzsystem leisten kann, schreibt Fiuman.
Wegen Schnees konnten Lkw nicht zum Meer fahren

Das Wetter hatte sich deutlich verschlechtert. In Gorski Kotar und Teilen Nordwestkroatiens schneite es, während an der Küste starke Winde wehten. Der Winterdienst war im Einsatz, und der Kroatische Verband für Verkehrssicherheit (HAK) hatte besondere Warnungen für Autofahrer herausgegeben.
Die Straßen waren in weiten Teilen des Landes nass und glatt. Aufgrund starker Regenfälle konnte es stellenweise zu größeren Wassermengen auf den Fahrbahnen kommen. In Gorski Kotar und Teilen Nordwestkroatiens schneite es. Auf einigen Straßen in Gorski Kotar und Lika herrschten winterliche Bedingungen, an der Küste wehte ein starker Wind, und bestimmte Fahrzeuggruppen waren gesperrt.
Redaktion Natur und Umwelt
Bild: Morksi.hr/fiuma.hr/hak





