Kroatische Wissenschaftler beteiligen sich an einer internationalen Initiative, um besser zu verstehen, wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Abfall und andere Belastungen die Adria und das gesamte Mittelmeer beeinflussen.
Das MIRAMAR-Projekt vereint Wissenschaftler aus sechs Mittelmeerländern, um zu untersuchen, wie unterschiedliche Umweltbelastungen interagieren und wie sich deren kombinierte Auswirkungen auf marine Ökosysteme auswirken. Die Forschung umfasst auch die Westküste Istriens .
Forscher des Zentrums für Meeresforschung des Ruđer Bošković Instituts werden eine Reihe von Faktoren überwachen, darunter steigende Meerestemperaturen, Salzgehalt und pH-Wert, Mikroplastik, chemische Schadstoffe, Unterwasserlärm, Lichtverschmutzung und invasive Arten.
Das Projekt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Adria während der Sommersaison zunehmend unter Druck gerät, wenn Tourismus, Schiffsverkehr und Freizeitboote ansteigen. Abwasser, Meeresmüll, Ankern und Schäden am Meeresboden können die Auswirkungen der Erwärmung des Meeres noch verstärken.
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass diese Belastungen nicht unabhängig voneinander wirken. Mehrere können gleichzeitig am selben Ort auftreten und dadurch die Widerstandsfähigkeit mariner Lebensräume und Organismen potenziell verringern.
„Meeresorganismen sind gleichzeitig mehreren Belastungen ausgesetzt, und wir müssen deren kombinierte Wirkung besser verstehen“, sagte Dr. Mia Knjaz vom Ruđer Bošković Institut, einer Projektmitarbeiterin.
Feldteams sammeln Meerwasser- und Sedimentproben, erfassen Meereslebewesen und führen Messungen durch, bevor das Material im Labor analysiert wird. Durch die Kombination der Ergebnisse wollen die Forscher herausfinden, welche Belastungen gemeinsam auftreten, wie stark sie sind und welche kumulativen Auswirkungen sie haben.
Ein wichtiger Bestandteil von MIRAMAR wird auch die Erforschung naturbasierter Lösungen sein . Zu den in Betracht gezogenen Maßnahmen gehört die Wiederherstellung von Seegraswiesen, die Lebensräume für Meeresarten bieten, zur Stabilisierung des Meeresbodens beitragen, die Erosion verringern und Kohlenstoff speichern.
Ziel des Projekts ist es, über die Behandlung einzelner Umweltprobleme hinauszugehen und Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen zu entwickeln, die auf die Gegebenheiten bestimmter Meeresgebiete zugeschnitten sind.
Für die Adria könnte die Forschung ein umfassenderes Bild davon liefern, wie verschiedene Belastungen die Meeresumwelt verändern und wo gezielte Maßnahmen die größte Wirkung erzielen könnten.
Redaktion Natur und Umwelt
Bild: Dalmatinka-Media





