Da die Sommersaison für Touristen nun in vollem Gange ist, erreichen uns Nachrichten von Besuchern zu den unterschiedlichsten Themen, darunter auch das häufig gestellte Thema Trinkgeld, bei dem ein deutlicherer Trend zum Geben von Trinkgeld als in den Vorjahren zu beobachten ist.
Mehrere Touristen haben uns berichtet, dass die Möglichkeit, Trinkgeld zu geben, in Kartenzahlungsterminals integriert zu sein scheint, immer weiter verbreitet zu sein.
Dieser Trend hat Fragen aufgeworfen, ob sich die Trinkgeldkultur in Kroatien verändert und ob eine Geste, die einst weitgehend spontan war, allmählich zu etwas wird, das von den Kunden erwartet wird.
Es geht nicht unbedingt um das Trinkgeldgeben an sich. Viele Besucher geben an, guten Service gerne zu belohnen. Die Debatte dreht sich vielmehr um die zunehmende Sichtbarkeit von Trinkgeldforderungen und die Frage, inwieweit sich Kunden verpflichtet fühlen sollten, die Kosten eines ohnehin schon teuren Urlaubs noch weiter zu erhöhen.
Was Besucher sagen
Die Ansichten der Touristen sind alles andere als einheitlich. Manche sehen Trinkgeld als eine natürliche Art, guten Service anzuerkennen.
„Ich gebe gerne Trinkgeld, wenn der Service gut ist. Schon ein Lächeln und eine freundliche Art reichen mir“, sagt einer von ihnen.
Für andere ist es am einfachsten, den Rechnungsbetrag aufzurunden, anstatt einen Prozentsatz zu berechnen.
„Ich runde den Rechnungsbetrag immer auf. Wenn es also beispielsweise 35 € sind, mache ich daraus 40 €“, sagte ein anderer.
Einige Besucher geben an, deutlich großzügiger zu sein und das Trinkgeldgeben als festen Bestandteil ihrer Ausgaben auf Reisen zu betrachten.
„Ich gebe immer etwa 10 Prozent Trinkgeld. Der Service muss schon außergewöhnlich schlecht sein, damit ich kein Trinkgeld gebe.“
Andere hingegen sagen, dass die steigenden Preise ihre Sichtweise auf diese Praxis verändert haben.
„Ich finde, alles ist schon jetzt zu teuer, deshalb bin ich kein Fan.“
Die unterschiedlichen Ansichten spiegeln die breitere Debatte wider, die derzeit in Kroatien um das Thema Trinkgeld geführt wird. Während einige Kunden ein Trinkgeld als persönliche Belohnung für guten Service betrachten, bezweifeln andere, ob die zunehmende Verbreitung digitaler Trinkgeldaufforderungen die Gefahr birgt, eine freiwillige Geste in eine gesellschaftliche Erwartung zu verwandeln.
Trinkgeld per Karte ist einfacher und üblicher geworden, und voreingestellte Optionen an Zahlungsterminals beschleunigen die Entscheidung. Anstatt selbst zu entscheiden, wie viel Trinkgeld sie geben möchten oder ob sie überhaupt etwas geben möchten, werden Kunden nun im Rahmen des Zahlungsvorgangs mit prozentualen Vorschlägen konfrontiert.
Das Ergebnis ist eine Diskussion, die in vielen Touristenzielen weltweit bekannt ist: Wann bleibt Trinkgeld ein freiwilliger Ausdruck der Wertschätzung, und wann wird es durch die Art und Weise, wie es gegeben wird, als erwartbar empfunden?
Die offiziellen Daten Kroatiens zeigen, dass die Menge der registrierten Trinkgelder in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, aber die Zahlen allein geben nicht wieder, wie die Kunden die veränderte Erfahrung, um Trinkgeld gebeten zu werden, empfinden.
Nach Angaben der kroatischen Steuerverwaltung wurden im vergangenen Jahr Trinkgelder in Höhe von mehr als 49 Millionen Euro über fiskalisierte Einnahmen erfasst.
Dies entspricht einem Anstieg um 18 Millionen Euro bzw. 58 Prozent im Vergleich zum ersten Jahr nach Einführung des Systems.
In Kroatien werden mittlerweile 60 bis 70 Prozent der Einnahmen im Gastgewerbe per Karte bezahlt. In touristisch stark frequentierten Ballungsräumen ist der Anteil der Kartenzahlungen sogar noch höher.
Was gilt als normales Trinkgeld?
Es gibt keine allgemeingültige Antwort, die auf jede Situation zutrifft, aber das allgemeine Muster ist relativ einfach.
Bei einem Restaurantbesuch gelten etwa 10 Prozent Trinkgeld für guten Service als angemessen. Manche Gäste runden den Rechnungsbetrag lieber auf, insbesondere wenn dieser bereits hoch ist.
Bei einem Kaffee oder einem anderen Getränk hinterlassen die Leute oft einen kleinen Betrag oder runden den Rechnungsbetrag auf. Im Alltag geht es dabei weniger um die Berechnung eines genauen Prozentsatzes, sondern vielmehr um den Eindruck des Kunden vom Service.
Für besonders aufmerksamen Service kann ein höheres Trinkgeld gegeben werden.
In Restaurants gelten rund 10 Prozent als übliche Geste, bei besonders gutem Service sind bis zu 15 Prozent angemessen. Es wird jedoch betont, dass Trinkgeld in Kroatien nicht obligatorisch ist.
Redaktion Service
Bild: Dalmatinka-Media





