SVETI PETAR NA MORU verfügt seit Jahren über keine Küstenpromenade, die die neue Siedlung mit dem Rest der Stadt verbindet. Während die Bewohner vor der zunehmenden Bebauung des Küstenstreifens und mangelnden Investitionen warnen, könnte eine neue Verordnung für Mobilheime das Erscheinungsbild eines Teils der Küste positiv verändern.

Sveti Petar na Moru entwickelt sich seit vielen Jahren zu einem Feriengebiet, insbesondere in der sogenannten neuen Siedlung im Norden der Stadt. Dieses Gebiet generiert erhebliche Einnahmen für die Gemeinde aus verschiedenen Quellen – von der Ferienhaussteuer, die vor Ort auf maximal fünf Euro pro Quadratmeter festgelegt ist, bis hin zu Gebühren für Versorgungsleistungen und Einnahmen aus dem Tourismus.
Da Sveti Petar na Moru administrativ zur Gemeinde Sveti Filip i Jakov gehört, fließen alle diese Einnahmen in den gemeinsamen Gemeindehaushalt.
Gleichzeitig wurden im neueren Teil von Sveti Petar seit Jahren keine nennenswerten Investitionen in die Infrastruktur getätigt, insbesondere nicht in die Entwicklung des Küstenstreifens, der Strände und den Bau einer Promenade. Dies wirft die Frage nach der Verteilung von Mitteln und Investitionen in einem Gebiet auf, das einen erheblichen Teil der Gemeindeeinnahmen generiert.
Besonders hervorzuheben ist einer der am besten gepflegten und meistbesuchten Strände der Stadt, der seit Jahren von den Einwohnern selbst mit eigenen Mitteln und Arbeitskraft instand gehalten und verschönert wird. Die meisten Arbeiten, darunter das Pflanzen von Bäumen, die Landschaftsgestaltung und die regelmäßige Instandhaltung, werden von ehrenamtlichen Helfern aus der Umgebung durchgeführt, während die Beteiligung der Gemeinde an der Verschönerung und Instandhaltung auf ein Minimum beschränkt wird.
Gleichzeitig erklärt sich der Investitionsmangel durch den ungeklärten Status dieses Küstenabschnitts. Gerade die unterschiedlichen Auslegungen seines Rechtsstatus haben eine systematischere Entwicklung und Investitionen über Jahre hinweg verhindert.
Der Gehweg, der nie gebaut wurde
Zu den größten infrastrukturellen Mängeln zählt die Tatsache, dass die neue Siedlung noch immer keine gut instand gehaltene Küstenpromenade besitzt, die sie mit dem Rest der Stadt verbinden würde.
Eine durchgehende Strandpromenade ist ein typisches Merkmal fast aller Ferienorte an der kroatischen Küste, doch in Sveti Petar wurde dieses Projekt nie realisiert. Viele sehen den Grund dafür in der bestehenden Nutzung des Raumes direkt am Meer.
Die Grenze zwischen Recht und Realität
Während es an öffentlicher Küsteninfrastruktur mangelt, sind bestimmte Teile des Küstenstreifens mit Mobilheimen und Campinganlagen bebaut, die sich direkt am Meer befinden, oft hinter Mauern und Zäunen, nur ein bis zwei Meter von der Küstenlinie entfernt.
Der gesetzlich vorgeschriebene, mindestens sechs Meter breite Uferstreifen, der als öffentlicher Raum frei zugänglich bleiben soll, wird nicht eingehalten. Der Uferweg existiert zwar formal, ist aber stellenweise stark verengt, inhaltsleer und ohne die Funktion eines öffentlichen Raums – er wird vielmehr als Erweiterung privater Grundstücke genutzt.
Diese Situation wirft die Frage der widerrechtlichen Aneignung von Seegebieten und der Verletzung des Grundsatzes auf, dass die Küste allen Bürgern gleichermaßen zugänglich sein muss. Gleichzeitig findet seit Jahren keine wirksame Überwachung durch die zuständigen Behörden statt, und die Vorschriften werden vor Ort nicht konsequent umgesetzt.
Das neue Regelwerk und das Ende der rechtlichen Grauzone
Das heutige Erscheinungsbild eines Küstenabschnitts ist größtenteils auf eine langjährige rechtliche Unklarheit bezüglich des Status von Mobilheimen zurückzuführen. Obwohl viele fest installiert und an die Infrastruktur angeschlossen waren, wurden sie oft wie bewegliche Objekte behandelt.
Aufgrund dieser Praxis kündigte das Ministerium für Raumplanung, Bauwesen und Staatseigentum die Verabschiedung einer neuen Verordnung über einfache Gebäude an, die deren Status klarer regeln soll. Laut den Ankündigungen sollen dauerhaft zu Wohnzwecken aufgestellte Mobilheime künftig als Gebäude gelten.
Es ist auch mit einer Übergangsphase zu rechnen, die mehrere Jahre dauern könnte, sodass sich die aktuelle Situation vor Ort nicht über Nacht ändern wird.
Wird die Küste endlich verbessert?
Es bleibt offen, ob sich die Situation erst nach Inkrafttreten der neuen Regelungen oder bereits durch eine konsequentere Anwendung der bestehenden Gesetze ändern wird. Dies betrifft vor allem die Einrichtung einer mindestens sechs Meter breiten, freien Küstenzone, aber auch die Investition eines Teils der Haushaltseinnahmen in die Region, aus der sie größtenteils stammen.
Sollte die neue Verordnung tatsächlich zu einer klareren Definition des Status von Mobilheimen führen, hätten lokale und staatliche Institutionen keinen Spielraum mehr für die unterschiedlichen Auslegungen, die diesen Bereich jahrelang belastet haben. Dies würde die Möglichkeit eröffnen, die Nutzung des maritimen Raums systematischer anzugehen, Hindernisse entlang der Küste zu beseitigen und Inhalte zu planen, die für alle Bürger und Besucher zugänglich wären.
Die Anwohner wünschen sich keine Großprojekte, sondern das, was in den meisten Küstenstädten bereits vorhanden ist: eine gepflegte Strandpromenade, freie Wege entlang der Küste, zugängliche Strände und eine grundlegende Infrastruktur. Solche Maßnahmen wären nicht nur eine Investition in den Tourismus, sondern würden auch die Lebensqualität der Einheimischen verbessern, die das Gebiet ganzjährig nutzen.
Eine weitere Frage betrifft das Verhältnis zwischen den Einnahmen der Region und den dort getätigten Investitionen. Zahlreiche Ferienhäuser, touristische Unterkünfte und damit verbundene Aktivitäten belasten den Gemeindehaushalt erheblich. Daher sind einige Anwohner der Ansicht, dass zumindest ein Teil dieser Gelder sichtbarer in die Entwicklung der Küste und die öffentliche Infrastruktur der neuen Siedlung fließen sollte.
Ob Sveti Petar na Moru endlich die Küste erhält, die sich Anwohner und Gäste wünschen, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Fest steht jedoch: Es geht nicht mehr nur um den Status von Mobilheimen, sondern auch um die zukünftige Gestaltung eines der wertvollsten öffentlichen Gebiete an der kroatischen Küste. Gerade das Beispiel von Sveti Petar wird zeigen, ob sich Gemeinwohl, Tourismusentwicklung und Meeresschutz endlich vereinbaren lassen.
Redaktion Tourismus
Bild: zVg.





