Kroatien hat sich zum saisonabhängigsten Reiseziel in der Europäischen Union entwickelt; mehr als die Hälfte der jährlichen Übernachtungen von Touristen werden allein im Juli und August verzeichnet.
Eine von Novi list veröffentlichte Analyse auf Basis der neuesten Eurostat-Daten zeigt, dass 54,5 Prozent aller Touristenübernachtungen in Kroatien im Jahr 2025 in den beiden sommerlichen Spitzenmonaten stattfanden.
Mit dieser Zahl liegt Kroatien weit vor allen anderen EU-Mitgliedstaaten.
Der EU-Durchschnitt lag bei 31,1 Prozent, was bedeutet, dass der Block insgesamt im Juli und August weniger als ein Drittel seiner jährlichen Übernachtungen verzeichnete.
Bulgarien folgte Kroatien mit 43,4 Prozent, Griechenland verzeichnete 41,6 Prozent. Am anderen Ende der Skala fanden in Malta lediglich 22 Prozent der jährlichen Übernachtungen in den beiden Spitzenmonaten statt. Auch Deutschland und Finnland lagen unter 25 Prozent.
Die Zahlen unterstreichen das Ausmaß der Abhängigkeit Kroatiens vom traditionellen Sommertourismusmodell.
Seit Jahrzehnten konzentriert sich die kroatische Tourismuspolitik darauf, die Saison zu verlängern und die Besucherzahlen in den Nebenmonaten zu steigern. Kulturtourismus, Radfahren, Gastronomie, Wellness, Gesundheitstourismus und Sportveranstaltungen werden als Mittel zur Anwerbung von Besuchern außerhalb der Monate Juli und August gefördert.
Trotz dieser Bemühungen zeigen die neuesten Zahlen, dass die Struktur des kroatischen Tourismus weiterhin stark auf die Hochsaison im Sommer konzentriert ist.
Zu den Faktoren, die zu diesem Muster beitragen, zählen Klima und Geografie, aber auch Schulferien, Urlaubsregelungen und Reisegewohnheiten.
Auch in Kroatien gibt es einen großen Tourismussektor, der auf dem traditionellen Sonne-und-Meer-Modell basiert, wobei viele Unterkünfte und Infrastrukturen im Sommer mit deutlich höherer Kapazität arbeiten.
Die Konzentration bringt während der Hochsaison erhebliche wirtschaftliche Vorteile mit sich, schafft aber auch Herausforderungen.
Unternehmen sehen sich mit erheblichen Nachfrageunterschieden zwischen dem Sommer und dem Rest des Jahres konfrontiert, während Reiseziele mit großen saisonalen Anstiegen bei Verkehr, Abfall, Wasserverbrauch und der Belastung der Infrastruktur zu kämpfen haben.
Die Zahlen unterstreichen auch die Bedeutung der Entwicklung von Tourismusprodukten, die das ganze Jahr über angeboten werden können.
Für Kroatien besteht die Herausforderung daher nicht einfach darin, mehr Besucher anzulocken, sondern die bestehende touristische Nachfrage gleichmäßiger über den gesamten Kalender zu verteilen.
Die neuesten Eurostat-Daten zeigen deutlich, wie viel Arbeit noch nötig ist, um das lange diskutierte Ziel eines ausgewogeneren, ganzjährigen kroatischen Tourismussektors zu erreichen.
Redaktion Tourismus
Bild: visit croatia




