Ein zweiter Betrag ist noch kein Rabatt
Zwei Beträge auf einem Preisschild sehen aus wie ein Sonderangebot. In Kroatien wird der zweite Betrag bald etwas anderes bedeuten: Er nennt den Preis, den die Ware oder Leistung am 10. September 2026 hatte. Ab dem 1. Oktober sollte dieser Vergleich für alle Waren und Dienstleistungen gelten. Am Dienstag, dem 29. September, hat die Regierung den Start auf den 17. November verschoben, berichtet die Zeitung Glas Istre. Sie nennt die Beträge „sidrene cijene“, wörtlich Ankerpreise. Grundlage ist eine Entscheidung, die die Regierung am 10. September 2026 auf Basis des Gesetzes über außerordentliche Maßnahmen zur Preiskontrolle getroffen hat und die im Amtsblatt Narodne novine erschienen ist. Danach müssen Händler und Dienstleister am Verkaufsort klar, sichtbar und lesbar neben dem Verkaufspreis einen weiteren Betrag angeben: den Preis vom Stichtag, Sonderverkaufsformen ausgenommen. Wer Lebensmittel, Getränke, Kosmetik, Reinigungsmittel, Toilettenartikel oder Haushaltswaren schon nach der Regel von 2025 so auszeichnet, behält den Stichtag 2. Mai 2025. Wer in Kroatien einkauft oder Dienstleistungen in Anspruch nimmt, kann der Regel künftig an vielen Verkaufs- und Dienstleistungsstellen begegnen.
Was zeigt der Betrag vom Stichtag?
Wie ein solches Schild zu lesen ist, erklärt das Wirtschaftsministerium in seinen Erläuterungen zur Septemberentscheidung. Der zweite Preis muss auch dann dastehen, wenn er genau dem aktuellen entspricht; derselbe Betrag erscheint dann zweimal, einmal mit dem Datum des Stichtags. War eine Ware an jenem Tag reduziert, gilt nicht der Aktionspreis, sondern der reguläre Preis davor. Was ein Betrieb erst später neu anbietet, trägt den Preis, zu dem es zum ersten Mal verkauft wurde, samt deutlichem Datum. Ob ein Cappuccino in Zadar mehr kostet als in Wien oder Zürich, verrät keine dieser Zahlen. Sie zeigen nur, was sich im selben Betrieb seit einem bestimmten Tag verändert hat.
Die Pflicht gilt am Verkaufsort in Kroatien
Gebunden sind nach Punkt III der Entscheidung Einzelhändler und Dienstleister, die ihre registrierte Tätigkeit auf dem Gebiet der Republik Kroatien ausüben. Für Preise von Unterkünften gilt die Pflicht nicht, wenn sie über eigene Buchungssysteme oder Vermittlungsplattformen angezeigt werden. Maßgeblich für die Pflicht ist damit der Ort, an dem ein Betrieb registriert tätig ist. Denselben Grundsatz kennt man auch in der Schweiz: Bei 7melons Schweiz wird online nach Schweizer Regeln gespielt.
Mehr Zeit für die Betriebe, doch Details fehlen noch
Ivo Milatić, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, begründete die Verschiebung mit der Vorbereitungszeit: Die Frist von 20 Tagen für die Anpassung an die neuen Regeln sei für die Betriebe zu kurz gewesen und müsse verlängert werden, wie Glas Istre berichtet. Ministerpräsident Andrej Plenković hielt am Vorhaben fest. „Das bedeutet, dass wir das Ziel des Verbraucherschutzes nicht aufgeben, vielmehr geht es um mehr Preistransparenz durch neue Mechanismen“, sagte er laut Poslovni.hr. Preislisten, so Plenković, müssen alle Händler und Dienstleister schon jetzt haben, wenn sie an Verbraucher verkaufen.
Offen bleibt, was am 17. November im Detail hinzukommt. Zum gleichen Termin sollen zwei Verordnungen auf Grundlage des kroatischen Verbraucherschutzrechts in Kraft treten, eine über die Angabe des Basispreises von Produkten und eine über Inhalt und Veröffentlichung von Preislisten. Da beide erst noch in die öffentliche Konsultation gehen, ist ihr genauer Inhalt bislang nicht bekannt.
Warum lohnt ein Budget vor der Reise?
Nützlich wird der Vergleich vor allem mit einem festen Budget: Wer vor der Reise festlegt, wie viel er vor Ort ausgeben will, erkennt am Schild schneller, wo es nicht mehr reicht. Dass der Tourismus auch Kosten verursacht, die auf keinem Schild stehen, hat dieses Portal im Beitrag über die versteckten Kosten des kroatischen Tourismus beschrieben. Ein vorab gesetzter Rahmen hilft auch beim Spiel um Geld in der Schweiz: Zum Spielerschutz müssen die Spielbanken dort Möglichkeiten bieten, mit denen sich Spieldauer, Spielhäufigkeit oder Verluste kontrollieren und beschränken lassen.
Worauf achtet man am Tresen?
Ab Mitte November lässt sich direkt am Tresen nachrechnen, sofern der Termin hält. Stehen zwei gleiche Beträge nebeneinander, hat sich der Preis seit dem Stichtag nicht bewegt; liegt der aktuelle höher, ist der Haarschnitt oder der Kaffee genau um die Differenz teurer geworden. Zuerst lohnt jedoch ein Blick auf das Datum beim zweiten Preis, das die Erläuterungen des Wirtschaftsministeriums ausdrücklich vorsehen. Erst die Datumsangabe verrät, wie weit der Vergleich zurückreicht, ob bis Mai 2025, bis zum Stichtag im September oder nur bis zum ersten Verkaufstag eines neuen Angebots.
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