Home Land und Leute Natur und Umwelt Jetzt wird es ernst mit der richtigen Mülltrennung in Kroatien

Jetzt wird es ernst mit der richtigen Mülltrennung in Kroatien

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Müll, jeder produziert ihn, keiner will etwas damit zu tun haben. Das ist wohl ein weltweites Problem, und das richtige Trennen von Müll fällt überall schwer.

Als ich in meinen alten Bildern gekramt habe, bin ich auf Fotos gestoßen, die ich bereits im Jahr 2012 in Karlovac auf einem Rastplatz gemacht habe. Und schon damals wurden Container angeboten, um den Müll zu trennen. Hier ist es schon lange gang und gäbe zu trennen. Anders sieht es in den Privathaushalten aus.

Seit dem 1.1.2018 gilt nun in Kroatien die EU Richtlinie 2008/98/EG über Abfälle, die vorschreibt, wie man die riesigen Berge an Abfall vermindern soll: Vermeidung, Recyling, Wiederverwendung. Und auch die Hersteller werden in die Pflicht genommen.

Die Gemeinden haben bis zum 01.02.2018 Zeit, die nötigen Gerätschaften zur Verfügung zu stellen, damit die Einwohner auch die Möglichkeit haben, richtig zu trennen. Es soll Kontrollen geben, um das Gesetz durchzusetzen und die Strafen bei Zuwiderhandeln sind nicht ohne: es ist die Rede von Beträgen von 500 kn – 5.000 kn.


Gerade die Durchführung der entsprechenden Maßnahmen erweist sich aber als recht schwierig. Ich möchte als Beispiel die Insel Vir nennen, wo es bereits seit mehreren Jahren Versuche gibt, diese aber boykottiert werden oder durch andere Umstände scheitern. So wurden 2015 große Säcke an die Haushalte verteilt, in die entweder Kunststoff, Metall oder Papier getan werden konnte. Für die ganze Insel wurde ein Abholdienst eingerichtet, der diese Beutel alle paar Wochen einsammeln sollte. Und da tauchte schon das erste Problem auf, nämlich das Wetter. Bei heftiger Bura flogen diese Säcke davon, hatte man sie in der Wohnung aufbewahrt, wurde man sie nicht los. Und bei der Müllsammelstelle konnte man sie nicht abgeben.

Danach wurden „Grüne Inseln“ installiert mit Behältern für verschiedene Müllarten. Von denen war ich wirklich begeistert, denn es gab auch Container für Elektromüll oder Batterien. Aber diese sind wieder nach und nach verschwunden. Denn viele Leute haben den Müll einfach nur vor die Tonnen hingeworfen, obwohl diese große Öffnungen mit Klappen hatte. Außerdem sah es kurz nach der Leerung wieder wie auf einer wilden Mülldeponie aus.

Später wurden einige wenige Inseln aufgebaut mit kleineren Tonnen, die aber auch kleine Öffnungen hatten. So konnte man in den Container für Plastik maximal eine Mineralwasserflasche einwerfen, bei einer Flasche von Flüssigwaschmittel hatte man keine Chance.

Es bleibt zu hoffen, dass es ermöglicht wird, den Müll relativ einfach und sinnvoll zu trennen. Und so lange das ist gegeben ist, werden sich viele nicht an die gesetzliche Vorgabe halten und weiterhin alles in eine Tonne werfen.

Ein Beitrag von: Moni Losem
Bilder: Kroatiens Fauna und Flora
Quelle: Zadarski
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