Laut Angaben von RTL arbeiten derzeit etwas mehr als 101.000 ausländische Arbeitskräfte in Kroatien . In den kommenden zwei Wochen treten jedoch deutlich strengere Einreise- und Beschäftigungsregeln in Kraft. Die neuen Bestimmungen sollen die Masseneinwanderung von Arbeitskräften eindämmen und sehen verstärkte staatliche Kontrollen, obligatorisches Erlernen der kroatischen Sprache sowie strengere Auflagen für Arbeitgeber vor.
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Dauer des Einreiseverfahrens für Arbeitskräfte, das mehrfach verlängert wurde. Wie Ivan Crnov , Mitinhaber einer Agentur für die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, gegenüber RTL erklärt, dauert der Prozess, der früher nur wenige Tage in Anspruch nahm, nun sechs bis neun Monate – von der positiven Stellungnahme der Arbeitsagentur bis zur Erteilung der Arbeitserlaubnis und der Ankunft des Arbeitnehmers in Kroatien. Aufgrund der neuen Regelungen sind die Anwerbungen seiner Agentur um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen, hauptsächlich bei Arbeitskräften aus Nepal .
Arbeitsgenehmigungen werden nun für drei Jahre erteilt, die Bedingungen für Arbeitgeber wurden jedoch deutlich verschärft. Unternehmen müssen einen Mindestumsatz von 10.000 Euro erzielen, Schuldscheine sind obligatorisch, und neu gegründete Unternehmen dürfen ausländische Arbeitskräfte nicht mehr sofort, sondern erst nach einem Jahr Betriebsdauer einstellen. Laut Arbeitsministerium wurden elf Agenturen wegen illegaler Arbeitsweise angeklagt und ihnen daher die weitere Anwerbung von Arbeitskräften untersagt.
Staatssekretär Ivan Vidiš vom Arbeitsministerium erklärte, die verschärften Maßnahmen zeigten Wirkung. Die Zahl der Neuzulassungen sei um rund 60 Prozent gesunken, und es gebe fast 50 Prozent weniger Anträge auf die Einfuhr von Arbeitskräften. „Wer es mit dem Geschäft ernst meint, hat keine Probleme“, betonte er.
Innenminister Davor Božinović bestätigte, dass sich derzeit 101.300 ausländische Arbeitskräfte in Kroatien aufhalten, die meisten davon aus Bosnien und Herzegowina und Serbien, aber auch aus Nepal, den Philippinen und Indien.
Der philippinische Honorarkonsul Davor Štern weist darauf hin, dass die Zahl der Filipinos in Kroatien in den letzten 30 Jahren von 17 auf rund 17.000 gestiegen ist, warnt aber davor, dass Kenntnisse der kroatischen Sprache entscheidend werden, insbesondere für die Arbeit im Tourismus, in der Schifffahrt und im Bereich der Altenpflege.
Das Erlernen der Sprache wird bald Pflicht sein.
Hunderte von Arbeitern aus Nepal, Indien, Bangladesch und Pakistan haben bereits Grundkurse an Bildungseinrichtungen absolviert. Laut Dozenten dauert das Erlernen grundlegender Kommunikationsfähigkeiten (etwa 300 Wörter) drei bis sechs Monate, je nachdem, wie lange die Arbeiter bereits mit der kroatischen Sprache in Kontakt gekommen sind.
Redaktion Politik
Bild: auslandsjob.de




