Mit dem Einsetzen der wärmeren Temperaturen hat in Kroatien offiziell die Saison der Poskok-Viper (Nasenhornviper) begonnen, der giftigsten Schlange in diesem Teil Europas.
Experten warnen davor, dass die Art Anfang März aus dem Winterschlaf erwacht, am häufigsten in Küsten- und Bergregionen wie Dalmatien, Istrien und Lika.
Obwohl Begegnungen relativ selten sind, ist Vorsicht geboten für alle, die sich in der Natur aufhalten.
Experten betonen, dass Vorbeugung entscheidend ist. Wanderer sollten in der Natur ihre Anwesenheit bemerkbar machen, indem sie leicht mit einem Stock auf den Boden klopfen oder beim Gehen leise Geräusche erzeugen. Dies hilft, Schlangen zu warnen und die Wahrscheinlichkeit einer unerwarteten Begegnung zu verringern.
Es ist außerdem wichtig, die Umgebung aufmerksam zu beobachten, da Kreuzottern nicht nur am Boden anzutreffen sind, sondern gelegentlich auch auf niedrigen Ästen ruhen.
Sollte es zu einer Begegnung kommen, ist der Rat einfach: Ruhe bewahren und sich langsam entfernen, um der Schlange Raum zu geben.
Im seltenen Fall eines Bisses ist sofortige ärztliche Hilfe unerlässlich. Betroffene sollten sich so schnell wie möglich in ein Krankenhaus begeben, um eine Gegengiftbehandlung zu erhalten.
Trotz der wahrgenommenen Gefahr sind Vorfälle selten. Die Rettungsdienste in der Region Zadar berichten von nur wenigen Einsätzen im Zusammenhang mit Schlangenbissen in den letzten zwei Jahrzehnten.
In der Vergangenheit entwickelten einige Gemeinschaften ein ungewöhnliches Verhältnis zu Schlangen. In der Gegend um Bokanjac bei Zadar waren Generationen mit dem Fangen und Handel von Schlangen beschäftigt, wobei ausländische Käufer in die Region reisten.
Diese Praxis ist weitgehend verschwunden, bleibt aber ein bemerkenswerter Teil des lokalen Erbes.
Um Schlangen, insbesondere um die Poskok, ranken sich viele Mythen. Manche glauben, sie könnten ohne Provokation springen oder sich aggressiv verhalten, während andere alte Volkssagen über verschiedene Schlangenarten wiedergeben.
Experten betonen jedoch, dass solche Behauptungen unbegründet sind. Wie Jana Mijailović vom kroatischen Bergrettungsdienst erklärt, schürt Fehlinformation oft unnötige Ängste, und eine bessere Aufklärung der Öffentlichkeit ist unerlässlich.
Die Behörden betonen, dass der Poskok zwar giftig ist, aber nicht aggressiv und den Kontakt mit Menschen nach Möglichkeit meidet.
Die Kernbotschaft ist klar: Genießen Sie die natürliche Schönheit Kroatiens, aber bleiben Sie vorsichtig, informiert und respektvoll gegenüber der Tierwelt.
Redaktion Natur und Umwelt
Bild: BS Thurner Hof unter CC





