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Achtung: „Reizende“ Raupe unterwegs

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Wenn man die kleinen Raupen auf ihrem Weg vom Baum in ihre Puppenstube beobachtet, kann man nur sagen, dass sie reizend sind. Mit ihren kräftigen Haaren in schwarz, rotbraun und weiß sehen sie hübsch aus und man kann sich nicht vorstellen, wie gefährlich sie Tier und Mensch werden können.


Letztes Rauopenstadium
Doch dieses Stadium ist zusätzlich reizend im negativen Sinne.

Wie beim mitteleuropäischen Eichen-Prozessionsspinner tragen die Raupen Brennhaare, die bei Berührung schnell abbrechen. Kommt man mit einer Raupe in Kontakt, verhaken sich sofort einige dieser Haare in unserer Haut. Dazu ist in den Haaren Thaumetopoein enthalten, ein Gift, das schwere allergische Reaktionen bis zu asthmatischen Anfällen hervorrufen kann.



Und nicht nur Menschen kann dieses Gift gefährlich werden, auch Hunde, die an so einer Raupe schnüffeln, können schwerste Reaktionen zeigen, die unter Umständen zum Tod führen können.Da die Haare sehr leicht sind, sollte man sich einem Raupennest nicht nähern. Bei Gefahr werfen die Tiere Haare ab, die über den Luftweg in unsere Atemwege gelangen kann.

Aber ich wäre nicht Biologin, wenn ich nicht auch von der Schönheit dieser Tiere berichten würde. Thaumetopoea pityocampa Denis & Schiffermüller, 1775 – Pinien-Prozessionsspinner oder borov povorkaš, gehört zu den Schmetterlingen und da in die Familie der Zahnspinner. Sowohl Falter als auch Raupen sind hauptsächlich nachtaktiv. Entgegen ihrer Bezeichnung „Pinien“-Prozessionsspinner findet man sie auf allen Arten von Kiefern, in Kroatien vor allem auf der Aleppo-Kiefer und der Schwarz-Kiefer. Es ist eine rein mediterrane Art, die in Mitteleuropa mehrere Verwandte mit ähnlichen Eigenschaften hat.



Ausgewachsene Schmetterlinge findet man im Sommer. In dieser Zeit legen die Weibchen ihre Eier in die Krone von Kiefern. Die geschlüpften Raupen bilden Gruppen und bauen ein Gespinst aus festen Fäden. Ich habe einmal versucht, so einen Faden mit der Hand abzureißen, das ist mir nicht gelungen. In diesem Gespinst verbringen sie den Winter, verlassen es nur, um zu fressen. Und dabei können sie die Nadeln ganzer Äste vernichten. Im Nest findet man viele kleine. Grüne Kugeln, das sind die Kotbällchen der Tiere.




Ab Ende Januar wird es dann für die Raupen Zeit, ihr Nest zu verlassen. Sie haben sich den Winter über genügend Reserven angefressen, um in die Puppenruhe eintreten zu können. Bei sonnigem Wetter sammeln sie sich und bilden längere Ketten aus bis zu 22 Einzeltieren. So klettern sie den Stamm hinunter und suchen sich einen geeigneten Ort, um sich einzugraben und dort ihre Puppenruhe zu verbringen. Diese Kettenbildung ist ein Täuschungsmanöver für Räuber wie zum Beispiel Vögel, die keine einzelnen Individuen erkennen können.

Warnhinweis: Weder die Nester noch die Raupen sollten berührt werden. Auch die Nähe von Nestern ist zu vermeiden. Bitte achten Sie in der Zeit, in der sie wandern, auf ihre Haustiere.

 Ein Beitrag von: Moni Losem
 Quelle und Bilder: Kroatiens Fauna und Flora
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