Home Touristik Warum Istrien wertigeren Tourismus will, aber nicht mehr Touristen

Warum Istrien wertigeren Tourismus will, aber nicht mehr Touristen

von Norbert Rieger
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Bürgermeister, Gemeindevertreter, Tourismusbeamte und Experten kamen zusammen, um über die zukünftige Ausrichtung des istrischen Tourismus zu diskutieren und waren sich einig, dass es an der Zeit für einen entscheidenden Kurswechsel sei.

Die gemeinsame Botschaft war eindeutig: Istrien braucht nicht weniger Tourismus, sondern besseren Tourismus mit weniger Besuchern, höherem Mehrwert und größeren Vorteilen für die einheimische Bevölkerung.

Der Präfekt der Gespanschaft Istrien, Boris Miletić, hob die gegenwärtige Stellung der Region als eines der touristischen Zentren Kroatiens und als anerkanntes Reiseziel im Mittelmeerraum hervor.

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Glücksorte in Istrien!

„Istrien gilt zu Recht als Aushängeschild des kroatischen Tourismus und genießt im gesamten Mittelmeerraum, in Europa und darüber hinaus hohes Ansehen“, sagte Miletić. „Wir verzeichnen jährlich rund fünf Millionen Besucher und fast 30 Millionen Übernachtungen, was etwa einem Drittel des gesamten Tourismusaufkommens in Kroatien entspricht.“

Der Tourismus trägt maßgeblich zur regionalen Wirtschaft und zum kroatischen BIP bei. Miletić betonte jedoch, dass die entscheidende Frage nicht der aktuelle Stand Istriens sei, sondern seine zukünftige Entwicklung.

„Wir wissen, woher wir kommen und wo wir jetzt stehen, aber es liegt in unserer aller Verantwortung, an die Zukunft zu denken“, sagte er. „Tourismus ist nicht nur eine wirtschaftliche Aktivität; er ist eine Verantwortung gegenüber der Region, in der wir leben und arbeiten, gegenüber unseren Bürgern und indirekt gegenüber der gesamten Wirtschaft. Wir haben viel erreicht, aber wir wollen noch besser werden. Das erfordert einen Wandel in unserer Denkweise und unseren Entscheidungsprozessen.“

Während einige Herausforderungen unter die nationale Gesetzgebung fallen und außerhalb der direkten regionalen Kontrolle liegen, betonte Miletić, dass Istrien sich weiterhin für notwendige Änderungen einsetzen, Lösungen vorschlagen und Lobbyarbeit betreiben kann und sollte.

Denis Ivošević, Direktor des Tourismusverbandes der Gespanschaft Istrien, stellte fest, dass unter Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Raumplanung, Wirtschaft und Tourismus eine starke Bereitschaft zum Wandel besteht.

„In Istrien hat sich eine kritische Masse gebildet, die einen grundlegenden Wandel im Tourismusverständnis fordert“, sagte Ivošević. „Mehrere wichtige Dokumente, die die zukünftige Tourismusentwicklung prägen werden, werden derzeit vorbereitet.“

Dazu gehören Destinationsmanagementpläne, Bewertungen der touristischen Tragfähigkeit auf lokaler und regionaler Ebene, eine neue Vision für den Tourismus in Istrien, ein umfassender Masterplan für die Tourismusentwicklung sowie strategische und operative Marketingpläne.

Der internationale Tourismusexperte Eulogio Bordas, Präsident von Bordas Associates, übermittelte den Teilnehmern eine klare Botschaft: Wachstum allein genügt nicht mehr.

„Wenn Wachstum allein nicht mehr ausreicht, ist es Zeit für einen Kurswechsel“, sagte Bordas. Er betonte, dass die Zufriedenheit der lokalen Bevölkerung eine grundlegende Voraussetzung für qualitativ hochwertigen Tourismus sei.

Bordas wies unter Bezugnahme auf Erfahrungen anderer globaler Reiseziele darauf hin, dass Istrien vor ähnlichen Herausforderungen stehe wie andere Regionen und entschlossen handeln müsse. Zu den wichtigsten Prioritäten zählte er den Schutz des familiären Erbes, die Bewahrung der lokalen Identität und eine strategische Neuausrichtung von Quantität auf Qualität.

Das Forum schloss mit der gemeinsamen Überzeugung, dass Istriens zukünftiger Erfolg nicht von steigenden Besucherzahlen abhängen wird, sondern von einem intelligenten, nachhaltigen Tourismus, der wirtschaftliche Vorteile mit dem Wohlergehen der Gemeinschaft und der Verantwortung für die Umwelt in Einklang bringt.

Redaktion Tourismus
Bild: wir-leben-outdoor.de

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