Home Politik Über 20 Milliarden Euro an neuen Investitionen sollen die Verbindungen zwischen Kroatien und Slowenien transformieren.

Über 20 Milliarden Euro an neuen Investitionen sollen die Verbindungen zwischen Kroatien und Slowenien transformieren.

von Norbert Rieger
0 Kommentare 5 Minuten Lesezeit

Kroatien und Slowenien planen in den nächsten fünf Jahren Investitionen in die Infrastruktur im Wert von mehr als 20 Milliarden Euro. Dies wurde auf einer slowenisch-kroatischen Wirtschaftskonferenz in Portorož bekannt gegeben, wie 
HRT berichtet.

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„Damals an der Adria“ Rijeka Korzo – Anfang der 70iger Jahre S/W gerahmt!

Während der Bausektor in beiden Ländern derzeit ein starkes Wachstum verzeichnet, bestehen weiterhin gemeinsame Herausforderungen, darunter ein Mangel an Fachkräften und anhaltende bürokratische Hürden.

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen zwei lange verzögerte Straßenbauprojekte, die als entscheidend für die Stärkung der wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Verbindungen zwischen den Nachbarstaaten angesehen werden.

Trotz des wachsenden Handels- und Tourismusverkehrs sind die wichtigsten Straßenverbindungen zwischen Kroatien und Slowenien nach wie vor unzureichend.

Transportunternehmen berichten, dass die Situation auf der Strecke zwischen Buzet und dem Hafen von Koper besonders schwierig sei.

Enge und veraltete Straßen verursachen häufig Staus, insbesondere in der Sommersaison.

„In den Sommermonaten ist es katastrophal. Freitags vermeiden wir die Rückfahrt am Nachmittag, weil es Stunden dauern kann. Man steht immer im Stau ab Koper, egal ob man über Plovanija oder Dragonja fährt“, sagte Branko Bašić, ein Spediteur aus Buzet.

Ähnliche Probleme bestehen auch auf der Seite von Rijeka, auf der Straße zwischen Postojna, Ilirska Bistrica und Jelšane. Beide Strecken gelten als wichtige Wirtschaftskorridore, insbesondere für den Tourismus und den Güterverkehr zwischen den beiden Ländern.

Einige Bürgergruppen argumentieren, dass die Entwicklung dieser Routen seit Jahren ein politisch heikles Thema sei.

Robert Marušić, Vertreter einer Bürgerinitiative für Lebensqualität im nördlichen Istrien, wies darauf hin, dass Slowenien den Autobahnverbindungen zwischen Koper und Ljubljana, dem Karawankentunnel und Maribor Priorität eingeräumt habe.

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„Sie haben Koper mit Ljubljana verbunden und das Autobahnnetz in Richtung Karawanken und Maribor ausgebaut. Doch von Postojna nach Ilirska Bistrica, wo die Wirtschaft ebenfalls leidet, wurde keine Autobahn gebaut. Von dort sind es nur 10 Kilometer bis Jelšane und Rijeka. Das wird ein schwierigeres Thema sein“, sagte er.

Einige innerhalb der Initiative glauben, dass Teile der slowenischen politischen Elite zögern, Routen zu stärken, die den Hafen von Rijeka stärken und möglicherweise die Wettbewerbsposition des Hafens von Koper schwächen könnten, schreibt HRT .

Die politischen Vertreter auf der Konferenz in Portorož gingen nicht auf detaillierte Zeitpläne ein, signalisierten aber, dass nach Jahren des Stillstands nun endlich Fortschritte erzielt werden könnten.

Die slowenische Infrastrukturministerin Alenka Bratušek bestätigte, dass beide Straßen in den nationalen Raumordnungsplan aufgenommen werden.

„Es gibt zwar an einigen Stellen noch Herausforderungen, aber ich bin zuversichtlich, dass diese bald gelöst sein werden. Danach folgen die Projektvorbereitungen und anschließend die Bauarbeiten. Ich kann noch keinen genauen Zeitpunkt nennen, aber wir sind noch ein gutes Stück vom Baubeginn entfernt“, erklärte sie.

Kroatien verfolgt die Entwicklungen aufmerksam.

„Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen den lokalen Behörden gab es Schwierigkeiten bei der Einigung über die Streckenführung. Wie mir der Minister mitteilte, wurden nun aber gewisse Fortschritte erzielt, daher gehe ich davon aus, dass sich der Prozess beschleunigen wird“, sagte der kroatische Vizepremierminister und Minister für Meer, Verkehr und Infrastruktur, Oleg Butković.

Auch der Zeitpunkt der Ankündigung hat Aufmerksamkeit erregt. Slowenien steht vor einem Jahr mit besonders vielen Wahlen: In gut einem Monat finden die Parlamentswahlen statt, später im Jahr folgen die Kommunalwahlen.

Dies hat einige Beobachter zu der Frage veranlasst, ob die neu entfachte Dynamik rund um die lang erwarteten Straßenbauprojekte einen echten Fortschritt darstellt oder lediglich eine Wahlkampfstrategie ist.

Ungeachtet dessen signalisiert das geplante Investitionsprogramm in Höhe von 20 Milliarden Euro eine bedeutende Phase für beide Länder. Sollten die Projekte realisiert werden, könnten sie die regionale Vernetzung erheblich verbessern, den Güterverkehr entlasten, den Tourismus ankurbeln und das Wettbewerbsgleichgewicht zwischen den Häfen der nördlichen Adria neu gestalten.

Für Unternehmen und Anwohner auf beiden Seiten der Grenze stellt sich nun die entscheidende Frage, ob die lange diskutierten Pläne endlich in die Realität umgesetzt werden.

Redaktion Politik
Bild: kraji.eu

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