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Kroatien produziert nicht genügend Lebensmittel für den eigenen Bedarf.

von Norbert Rieger
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Während Kroatien in der Pflanzenproduktion, insbesondere bei Getreide und Ölsaaten, weiterhin stark ist, ist es bei mehreren wichtigen Lebensmittelkategorien, darunter Fleisch, Obst und Gemüse, nach wie vor stark auf Importe angewiesen.

Nach Angaben von Beamten des Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei erreicht Kroatien bei Ackerfrüchten wie Weizen, Mais und Soja einen hohen Selbstversorgungsgrad, der in einigen Kategorien 100 Prozent übersteigt.

Das Land verzeichnet zudem einen Selbstversorgungsgrad von rund 70 Prozent bei Geflügelfleisch und über 90 Prozent bei Eiern. In anderen Bereichen sinkt der Selbstversorgungsgrad jedoch deutlich; bei bestimmten Fleisch- und Milchprodukten liegt er laut HRT bei etwa 50 Prozent .

Akteure im Agrarsektor weisen darauf hin, dass eine Steigerung der heimischen Schweinefleischproduktion aufgrund des Überangebots auf dem europäischen Gesamtmarkt weiterhin schwierig ist.

Branchenvertreter sagen, dass die gesunkene Nachfrage aus Ländern wie China zu einem Überangebot an Schweinefleisch innerhalb der Europäischen Union beigetragen hat, was die Preise gedrückt und die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Erzeuger in Kroatien beeinträchtigt hat.

Billigere Importe setzen die heimischen Produzenten zusätzlich unter Druck und erschweren es ihnen, ihre Produktionskapazitäten auszubauen und preislich wettbewerbsfähig zu bleiben.

Trotz struktureller Schwächen betonen Experten, dass die Stabilität der Lebensmittelversorgung in Kroatien eng mit dem europäischen Markt verknüpft ist.

Sie weisen darauf hin, dass die allgemeine Lebensmittelversorgung durch die erweiterten Produktionskapazitäten der EU gesichert ist, solange Kroatien Teil des europäischen Binnenmarktes bleibt. Sie warnen jedoch auch davor, dass die heimische Produktion allein im Falle größerer Störungen nicht ausreichen würde, um den nationalen Bedarf zu decken.

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Lebensmittel- und Agraranalysten fordern verstärkte Investitionen in Verarbeitungsanlagen, Schlachthöfe und Lagerinfrastruktur, um den Sektor zu stärken und seine Widerstandsfähigkeit zu verbessern.

Der Fokus sollte ihrer Ansicht nach von der Rohstoffproduktion hin zu höherwertigen Nahrungsmitteln verlagert werden, wodurch die Rentabilität gesteigert und die Abhängigkeit von Subventionen verringert werden kann.

Beispiele dafür gibt es bereits im kroatischen Agrarsektor. Die Olivenölproduktion hat international anerkannte Qualitätsstandards erreicht, wodurch die Erzeuger auf den globalen Märkten wettbewerbsfähig sind. Auch die Weinproduktion hat hohe Qualitätsstandards entwickelt, was eine stetige Nachfrage und stabile Umsätze ermöglicht.

Ökonomen sagen, dass die Wertschöpfung in der Produktion nicht nur die Einnahmen steigert, sondern auch die langfristige Widerstandsfähigkeit der Landwirte verbessert, indem sie die Abhängigkeit von öffentlichen Hilfen verringert und die Wettbewerbsfähigkeit sowohl auf dem Inlandsmarkt als auch auf dem Exportmarkt steigert.

Redaktion Wirtschaft
Bild: landwirt-medi.com

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