Im Rahmen des Projekts „Verbesserung des Grundbuch- und Katasterinformationssystems“ wurde nun für mehr als 60 Prozent der Katasterparzellen in Kroatien eine Grundstücksdatenbank (LDB) eingerichtet.

Die Fortschritte wurden am Montag von Justizminister Damir Habijan auf der Abschlusskonferenz des Projekts „ Verbesserung des Grundbuch- und Katasterinformationssystems“ bekannt gegeben , einer Reforminitiative mit einem Wert von fast 3 Millionen Euro.
Laut Habijan führt die Einrichtung der Einheitlichen Landdatenbank (Baza zemljišnih podataka – BZP) zu einem geordneteren Grundbuchsystem, stärkt die Rechtssicherheit und schafft günstigere Bedingungen für Investitionen sowie für die langfristige wirtschaftliche und soziale Entwicklung.
Das Projekt läuft seit September 2021; Ericsson Nikola Tesla wurde mit der Modernisierung des zugrundeliegenden Informationssystems beauftragt. Hauptziel ist die Integration von Grundbuch- und Katasterdaten in eine einzige, zuverlässige digitale Plattform.
Verbesserte Transparenz und Rechtssicherheit
Die Einführung des BZP ermöglicht effizientere Immobilientransaktionen, eine verbesserte Überwachung öffentlicher Verpflichtungen und einen besseren Überblick über staatseigene Vermögenswerte. Es erleichtert zudem den Zugang zu EU-Fördermitteln und unterstützt eine stärkere Korruptionsbekämpfung durch eine genauere Überwachung und Überprüfung der Eigentumsverhältnisse.
Die Reform hat auch langjährige strukturelle Probleme in Gebieten behoben, in denen die Grundbücher unvollständig oder teilweise bzw. vollständig zerstört waren. Auf Grundlage bestehender Katasterunterlagen wurden in Katastergemeinden, in denen zuvor keine Grundbücher vorhanden waren, neue Grundbücher angelegt oder bestehende ergänzt.
Ein auf der Konferenz hervorgehobenes Beispiel war das Gemeindegericht in Gospić, wo für 59 Katastergemeinden eine einheitliche Grundstücksdatenbank eingerichtet wurde. Dadurch erhalten die Bürger der Region erstmals Zugriff auf vollständige Grundbuchdaten in elektronischer Form.
Zusammenarbeit zwischen den Institutionen
Siniša Krajnović, Vorstandsvorsitzender von Ericsson Nikola Tesla, betonte, dass die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen ein Schlüsselfaktor für den Erfolg des Projekts war.
„Alle beteiligten Stellen arbeiteten als ein einziges Team zusammen, was es ermöglichte, dieses komplexe und strategisch wichtige Projekt zu realisieren“, sagte Krajnović.
Neben der Datenbank selbst wurde im Rahmen des Projekts auch das Gemeinsame Informationssystem der Grundbücher und Kataster (ZIS) modernisiert und damit die technischen Grundlagen für den weiteren Ausbau des BZP geschaffen. Das Endziel ist die vollständige Erfassung aller Katasterparzellen in Kroatien.
Neue digitale Dienstleistungen für Bürger
Den Konferenzteilnehmern wurde außerdem ein virtueller Assistent vorgestellt, der auf dem OSS-Portal Uređena zemlja verfügbar ist und seit November 2024 in Betrieb ist.
Der digitale Assistent ermöglicht es den Bürgern, den Status von Fällen zu überprüfen, auf Immobiliendaten zuzugreifen, offizielle Dokumente zu erstellen und die Dienste des Grundbuchamts und des Katasters einfacher über Online-Kanäle zu nutzen.
Die Initiative ist Teil der umfassenderen Agenda der digitalen Transformation Kroatiens, die darauf abzielt, die öffentliche Verwaltung zu modernisieren, die Dienstleistungserbringung zu verbessern und die Transparenz bei der Verwaltung von Land- und Eigentumsrechten zu erhöhen.
Redaktion Politik
Bild: CTV




