Die kroatische Regierung bereitet mögliche Änderungen der Mehrwertsteuerbestimmungen vor, um die steigenden Kraftstoffpreise abzumildern, sagte Premierminister Andrej Plenković am Freitag.
Plenković betonte, dass die vorgeschlagenen Änderungen des Mehrwertsteuergesetzes nicht automatisch zu Steuersenkungen führen würden, sondern der Regierung vielmehr einen zusätzlichen Mechanismus zur Verfügung stellen würden, um bei Bedarf reagieren zu können.
Jede Entscheidung über eine Anpassung der Mehrwertsteuersätze wird von zukünftigen Entwicklungen, insbesondere den globalen Energiepreisen, abhängen.
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs der Ölpreise auf den internationalen Märkten, was den Druck auf die Treibstoffkosten erneut erhöht hat.
Die Regierung hat bereits eine Reihe von Maßnahmen eingeführt, die darauf abzielen, die Auswirkungen auf die Verbraucher abzumildern, darunter die Senkung der Verbrauchssteuern und die Begrenzung der Händlermargen.
Plenković merkte jedoch an, dass die Margen nicht unbegrenzt gesenkt werden könnten, ohne die Rentabilität der Kraftstoffvertriebe zu gefährden. Er fügte hinzu, dass der aktuelle Ansatz eine ausgewogene und nachhaltige Lösung darstelle, ähnlich den Maßnahmen, die bei früheren Krisen auf dem Energiemarkt ergriffen wurden.
Kroatien prüft außerdem die Möglichkeit, den europäischen Anteil der Verbrauchsteuern zu senken. Die Zollverwaltung hat bei der Generaldirektion Steuern und Zollunion der Europäischen Kommission formell die Genehmigung für eine solche Maßnahme beantragt.
Jede Reduzierung in diesem Segment bedarf der individuellen Genehmigung der Kommission. Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet, nachdem es aufgrund der Osterfeiertage zu einer Verzögerung gekommen war.
Plenković merkte an, dass ähnliche Ausnahmen in der Vergangenheit bereits gewährt wurden, allerdings in der Regel nur befristet. Er fügte hinzu, dass eine solche Maßnahme in der gesamten Europäischen Union von Vorteil sein könnte, da viele Mitgliedstaaten vor vergleichbaren Herausforderungen stünden.
Mehrwertsteueränderungen als Notfallinstrument
Plenković bezeichnete die Mehrwertsteuer als den „letzten Hebel“ und bestätigte, dass die Regierung eine öffentliche Konsultation zu den vorgeschlagenen Gesetzesänderungen eingeleitet hat.
Die Konsultation wird etwa zehn Tage dauern. Anschließend wird erwartet, dass die Regierung die Änderungen annimmt und sie dem Parlament im Eilverfahren vorlegt.
Der Premierminister zeigte sich zuversichtlich, dass die Änderungen bis Ende April verabschiedet werden könnten.
Sollten die Änderungen angenommen werden, könnten die Mehrwertsteuersätze vorübergehend alle zwei Wochen an die regulierten Energiepreise angepasst werden. Dies böte zusätzliche Flexibilität, um die Brennstoffkosten in Zeiten außergewöhnlicher Volatilität zu senken.
Plenković betonte, dass solche Maßnahmen nur im äußersten Notfall angewendet würden, und unterstrich, dass die Gesetzesänderungen in erster Linie der Gewährleistung der Bereitschaft dienten und nicht dazu, ein sofortiges Handeln zu signalisieren.
Letztendlich werden etwaige Mehrwertsteueranpassungen davon abhängen, wie sich die globalen Energiemärkte entwickeln und wie hoch das durchschnittliche Preisniveau in den kommenden Wochen sein wird.
Redaktion Politik
Bild:





