Eine internationale wissenschaftliche Untersuchung wurde in der Adria begonnen, um die Anzahl, Verbreitung und den Erhaltungszustand von Walen, Delfinen und Meeresschildkröten zu erfassen.
Die achte internationale Luftbildzählung von Walen und Meeresschildkröten in der Adria begann am 31. Juli 2026 und wird das gesamte Adriabecken abdecken. Ziel der Studie ist es, wichtige Daten über geschützte Meeresarten zu erheben und die langfristige Überwachung von Veränderungen in marinen Ökosystemen zu unterstützen.
Das Forschungsteam startete seine ersten Flüge von Brindisi (Italien) aus und erkundete die Straße von Otranto und die südliche Adria, bevor es nach Dubrovnik weiterreiste, um die südliche und zentrale Adria zu kartieren. Bislang hat das Team rund 40 Erkundungsflüge durchgeführt.
Aufgrund der sich ändernden Wetterbedingungen wurde das Forschungsflugzeug vorübergehend nach Lošinj verlegt, von wo aus die Flüge über die nördliche Adria fortgesetzt werden.
Das Projekt wird von Wissenschaftlern des Blue World Institute, Blue World Vis und des Kroatischen Naturhistorischen Museums in Zusammenarbeit mit dem italienischen Nationalen Institut für Umweltschutz und Forschung (ISPRA) durchgeführt.
Die Forscher nutzen eine international anerkannte Methode zur Zählung aus der Luft und fliegen dabei vordefinierte, 15 Kilometer voneinander entfernte Routen ab. Sobald Meerestiere gesichtet werden, erfassen die Wissenschaftler deren Entfernung zur Flugroute, wodurch sie die Populationszahlen im Untersuchungsgebiet schätzen können.
Der kroatische Teil des Projekts wird im Rahmen des Programms „Nature at Sight – Monitoring the Conservation Status of Species and Habitat Types“ durchgeführt, das vom Ministerium für Umweltschutz und Grünen Wandel geleitet wird, während die italienische Komponente Teil nationaler Meeresüberwachungsprogramme und des LIFE-Projekts MareNatura ist.
Die Studie leistet einen Beitrag zu den internationalen Naturschutzbemühungen im Rahmen des ACCOBAMS-Abkommens, das die Forschung an Walen und Delfinen im Mittelmeer- und Schwarzmeergebiet koordiniert.
Wissenschaftler betonen die Notwendigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, da sich Meerestiere nicht an politische Grenzen halten. Delfine, die in kroatischen Gewässern gesichtet wurden, können innerhalb weniger Tage in italienische Gewässer wandern, weshalb ein gemeinsames, adriatisches Monitoring unerlässlich ist.
Kontinuierliche Forschung seit 2010 hat die Adria zu einem der am besten überwachten Gebiete im Mittelmeer für Wale, Delfine und Meeresschildkröten gemacht. Die neuesten Erkenntnisse werden zu künftigen Schutzmaßnahmen und internationalen Bewertungen der marinen Biodiversität beitragen.
Redaktion Natur und Umwelt
Bild: expedia




