Erstmals seit 50 Jahren ist die Zahl der Ferienhäuser in Kroatien zurückgegangen, wie aus einer Studie von Soziologen des Ivo Pilar Instituts hervorgeht.
Wie die Tageszeitung Večernji list berichtet, zeigen die Daten der jüngsten Volkszählung einen Rückgang der Ferienhäuser um 7 Prozent im Vergleich zur letzten Volkszählung im Jahr 2011.
Seit 1971 verzeichnete jede Volkszählung einen Anstieg der Zahl der Ferienhäuser, doch im Jahr 2021 sank die Gesamtzahl um 17.755 auf 231.488.
Gleichzeitig kam es insbesondere im Adriaraum zu einem deutlichen Anstieg der Leerstände.
Anstieg leerstehender Immobilien
Kroatien verfügt derzeit über fast 2,4 Millionen Wohneinheiten. Davon sind rund 1,4 Millionen bewohnt, während fast 600.000 leer stehen. Die übrigen Immobilien umfassen Gewerbeflächen und Saisonwohnungen.
Die Studie ergab, dass in allen drei Hauptregionen – der Adria, der Pannonischen See und Nordkroatien – die Zahl der Ferienhäuser zurückging, während die Zahl der leerstehenden Immobilien stieg. Die größte Veränderung war in der Adriaregion zu verzeichnen.
Was passiert in der Adriaregion?
Die Adriaregion, die sieben Küstenregionen umfasst, verfügt mit fast 700.000 Immobilien über den größten Wohnungsbestand Kroatiens.
Zwischen 2011 und 2021 stieg die Gesamtzahl der Wohnungen dort um 90.000 (15 %). Der größte Teil dieses Wachstums war jedoch auf leerstehende Wohnungen zurückzuführen, deren Zahl um 75 % auf über 193.000 anstieg.
Gleichzeitig sank die Zahl der bewohnten Häuser in der Region um rund 7.000 (3 %) und die Zahl der Ferienhäuser um etwa 14.000 (8 %), sodass sich die Gesamtzahl im Jahr 2021 auf 149.409 belief.
Was steckt hinter dem Trend?
Die von den Soziologen Geran-Marko Miletić, Krešimir Peračković und Mateo Žanić durchgeführte Studie untersucht, warum Ferienhäuser zurückgehen.
Eine Theorie besagt, dass das Interesse an Ferienhäusern trotz ihrer Beliebtheit während der Pandemie zurückgegangen ist. Eine andere Möglichkeit ist, dass viele Ferienhäuser als leerstehende Immobilien eingestuft wurden, insbesondere da Kurzzeitvermietungen und touristische Unterkünfte zunehmen.
Gleichzeitig stieg die Zahl der gewerblich genutzten Immobilien in der Adriaregion um 50 % auf 83.732 Einheiten.
Trends im pannonischen und nördlichen Kroatien
Während die größten Veränderungen in der Adriaregion zu verzeichnen waren, kam es auch in den pannonischen und nordkroatischen Regionen zu einem Rückgang der Ferienhäuser.
Die pannonische Region, die sich über acht Gespanschaften – Bjelovar-Bilogora, Brod-Posavina, Karlovac, Osijek-Baranja, Požega-Slawonien, Sisak-Moslavina, Virovitica-Podravina und Vukovar-Srijem – erstreckt, verfügt über rund 346.000 Wohnungen, während Nordkroatien mit rund 266.000 Wohnungen den kleinsten Wohnungsbestand aufweist.
Die Zukunft von Ferienhäusern in Kroatien
Der Rückgang der Ferienhäuser markiert einen Wandel im kroatischen Wohnungsmarkt. Angesichts der steigenden Zahl leerstehender Immobilien und des wachsenden Immobilienmarktes bleibt abzuwarten, wie sich diese Veränderungen in den kommenden Jahren auf Tourismus und Wohneigentum auswirken werden.
Redaktion Tourismus
Bild: Dalmatinka-Media