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Tropische Fische tauchen in der Adria auf

von Norbert Rieger
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Die Entdeckung wurde in der Nähe der Kvarner-Region gemacht, wo Forscher nun untersuchen, wie der Fisch in die Gewässer vor der kroatischen Küste gelangt ist.

Die Adria beheimatet rund 450 Fischarten. Zunehmender Schiffsverkehr und steigende Meerestemperaturen führen jedoch allmählich zur Einschleppung nicht-heimischer Arten in das Ökosystem.

Der Meeresbiologe Marcelo Kovačić vom Naturhistorischen Museum in Rijeka sagte in der HRT-Sendung More , dass in den letzten Jahren bereits mehrere unbekannte Arten in der Adria nachgewiesen wurden.

Darunter befindet sich der Rotfeuerfisch, der sich in jüngster Zeit in Teilen des Mittelmeers ausgebreitet hat. Weitere Neuankömmlinge sind pflanzenfressende Arten, wie beispielsweise der Monrovia-Doktorfisch (Acanthurus monroviae).

Das Auftreten eines Monrovia-Doktorfisches in der nördlichen Adria im Jahr 2024 überraschte Wissenschaftler. Die Art, die ursprünglich in tropischen Atlantikgewässern beheimatet ist, lebt normalerweise in deutlich wärmeren Meeren.

Was die Forscher noch mehr verblüfft, ist eine neue Sichtung im Jahr 2025, die darauf hindeutet, dass der Fisch den Winter in der nördlichen Adria überlebt haben könnte.

Sollte sich dies bestätigen, wäre es ungewöhnlich, da die Kvarner-Region als eine der kältesten Regionen des Mittelmeers gilt.

Eine weitere mögliche Erklärung wäre, dass mehrere Individuen unabhängig voneinander in die Adria gelangten. Wissenschaftler halten dieses Szenario jedoch ebenfalls für ungewöhnlich, insbesondere da alle Sichtungen in einem relativ kleinen Gebiet nahe der Küstengemeinde Kostrena stattfanden.

Wissenschaftler bitten die Öffentlichkeit um Hilfe.

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Um besser zu verstehen, wie die Art hierher gelangte und ob es noch weitere Exemplare gibt, bitten die Forscher die Öffentlichkeit um Mithilfe.

Fischer, Taucher und Bürger, die glauben, einen Doktorfisch gesehen zu haben, werden gebeten, ihre Beobachtungen den Wissenschaftlern im Museum von Rijeka zu melden.

Eines der markantesten Merkmale des Fisches ist ein scharfer, klingenartiger Stachel nahe der Schwanzwurzel, den er zur Verteidigung einsetzt. Dieser Stachel kann anderen Fischen Schnittverletzungen zufügen und bei unvorsichtiger Handhabung sogar Menschen verletzen.

Ein Exemplar, das von einem Unterwasser-Speerfischer gespendet wurde, ist bereits Teil der wissenschaftlichen Sammlung des Museums und wird im Rahmen einer Forschungsstudie analysiert.

Drei weitere mysteriöse Arten

Forscher sagen, der Monrovia-Doktorfisch sei nicht der einzige ungewöhnliche Besucher der nördlichen Adria. Drei weitere Arten seien ebenfalls scheinbar „aus dem Nichts“ in dem Gebiet aufgetaucht.

Wissenschaftler haben die Möglichkeit ausgeschlossen, dass einzelne Fische solche langen Strecken allein zurückgelegt haben.

Mögliche Erklärungen sind ein versehentliches Freisetzen aus Aquarien oder der Transport per Schiff, wobei letzteres aufgrund moderner Schifffahrtsvorschriften weniger wahrscheinlich ist.

Während die Sichtungen des Monrovia-Doktorfisches weiterhin sporadisch sind und derzeit keine größere Bedrohung für das Ökosystem der Adria darstellen, gibt eine andere eingeschleppte Art zunehmend Anlass zur Sorge.

Die Blaukrabbe ist eine von 17 neuen Krabbenarten, die in den letzten 15 Jahren in der Adria entdeckt wurden.

Die Auswirkungen sind in einigen Gebieten bereits spürbar, insbesondere in der Nähe der Neretva-Mündung und rund um die Gewässer von Pula.

Meeresexperten warnen davor, dass es sich bei dieser Art um einen äußerst aggressiven Raubtier ohne natürliche Feinde in der Adria handelt, der zudem über eine außergewöhnliche Fortpflanzungsfähigkeit verfügt.

Obwohl sie derzeit nur gelegentlich im Raum Rijeka vorkommt, sagen Wissenschaftler, dass eine Populationszunahme zu erheblichen Schäden für die Fischerei und die einheimischen Meeresarten führen könnte.

Trotz ihrer kräftigen Scheren, mit denen sie Schalentiere mühelos aufbrechen kann, hat die Blaukrabbe eine Schwäche: Sie ist als Nahrungsmittel sehr begehrt.

Aus diesem Grund schlagen Wissenschaftler vor, dass die kontrollierte Fischerei auf invasive Arten wie die Blaukrabbe, den Rotfeuerfisch und andere Neuankömmlinge dazu beitragen könnte, die marine Biodiversität zu schützen und gleichzeitig neue Möglichkeiten in der Gastronomie zu eröffnen.

Redaktion Natur und Umwelt
Bild: westend 61

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