Private Vermieter in ganz Kroatien sehen sich in diesem Jahr mit erheblichen neuen Verpflichtungen konfrontiert, da die Behörden strengere Vorschriften einführen, die darauf abzielen, illegale Vermietungen einzudämmen und Kurzzeitvermietungen in Wohngebäuden zu regulieren.
Wie HRT berichtet, konzentrieren sich die neuen Maßnahmen auf zwei Kernbereiche: die obligatorische Registrierungsnummer für jede online angebotene Unterkunftseinheit und die Pflicht zur Einholung der Zustimmung der Nachbarn in Mehrfamilienhäusern.
Obligatorische Registrierungsnummern zur Bekämpfung illegaler Vermietungen
Eine wesentliche Änderung ist die Einführung einer obligatorischen Registrierungsnummer für jede einzelne Unterkunftseinheit, die auf Vermietungsplattformen angeboten wird.
Die Maßnahme zielt darauf ab, die Schattenwirtschaft im kroatischen Tourismussektor einzudämmen und illegale Vermietungen zu verhindern.
Nach den neuen Bestimmungen sind große Buchungsplattformen verpflichtet, Vermieter zu melden, die für jede Immobilie keine gültige Registrierungsnummer angeben.
Die Behörden werden dann in Abstimmung mit den zuständigen Ministerien und Institutionen diejenigen identifizieren und bestrafen, die ohne ordnungsgemäße Registrierung tätig sind.
Barbara Marković, Präsidentin der Hrvatska udruga obiteljskog smještaja, sagt, der Verband fordere noch härtere Strafen für illegale Privatvermietungen.
Die Vermieter argumentieren jedoch, dass die Durchsetzung der Vorschriften weiterhin eine Herausforderung darstellt. Sie weisen darauf hin, dass die staatliche Aufsichtsbehörde nicht über ausreichende Kapazitäten und Befugnisse verfügt, um illegale Vermietung wirksam zu bekämpfen.
Hana Matić, Vizepräsidentin des Vereins „Spasimo male obiteljske iznajmljivače“, warnt davor, dass das neue Registrierungssystem das Problem nur teilweise lösen wird. Sie betont, dass viele Immobilien, oft in ausländischem Besitz, über kleine Online-Anzeigen, soziale Medien oder private Kontakte vermietet werden, wobei die Schlüssel direkt übergeben werden und die Angebote nie auf großen Plattformen erscheinen.
Zwei Drittel der Nachbarn benötigen nun ihre Zustimmung.
Eine weitere wichtige Änderung betrifft alle, die eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus vermieten möchten. Neue Vermieter müssen nun die Zustimmung von zwei Dritteln der anderen Bewohner des Gebäudes einholen, bevor sie die Genehmigung zum Betrieb erhalten.
Ursprünglich hieß es, die Regelung würde nicht rückwirkend gelten. Inzwischen wurde jedoch klargestellt, dass auch Vermieter, die seit Jahren legal vermieten, die Zustimmung der Nachbarn einholen müssen.
Bestehende Vermieter mit einer entsprechenden Genehmigung haben eine Frist von fünf Jahren, um die erforderlichen Unterschriften einzuholen, damit sie ihre Tätigkeit fortsetzen können.
Nino Dubretić, Geschäftsführer von Direct Booker, erklärt, dass weiterhin Unklarheit darüber herrscht, wie das Zustimmungsverfahren in der Praxis ablaufen wird. Es bestehen noch Fragen dazu, wie das Zustimmungsformular aussehen soll, ob eine standardisierte Vorlage eingeführt wird und wie die Kommunikation mit den Kreisbehörden während des Genehmigungsverfahrens erfolgen wird.
Steuerliche Überraschungen und wachsende Unsicherheit
Im Januar wurden viele Vermieter von neuen Steuerbescheiden überrascht. Einige davon gingen an Personen, die in der von ihnen vermieteten Immobilie ihren Wohnsitz gemeldet haben, was zahlreiche Anfragen und Einsprüche bei den zuständigen Behörden erwarten ließ.
Die Kombination aus regulatorischen und fiskalischen Änderungen hat in der gesamten Branche für Unsicherheit gesorgt, insbesondere bei kleinen, familiengeführten Beherbergungsbetrieben, die einen bedeutenden Teil des touristischen Angebots Kroatiens ausmachen.
Industriekongress in Split soll offene Fragen beantworten
Angesichts wachsender Besorgnis veranstaltet der Kroatische Vermieterverband (Hrvatska udruga obiteljskog smještaja) im Februar einen großen Kongress in Split. Ziel der Veranstaltung ist es, Vermietern Klarheit und praktische Hinweise zu den neuen Regelungen zu geben sowie Antworten auf die vielen offenen Fragen zu liefern, die den Sektor derzeit beschäftigen.
Redaktion Tourismus
Bild: zVg.





