Die archäologischen Forschungen in Vrh Kosir (Rankun) auf Veli Brijun, einem Teil des kroatischen Nationalparks Brijuni, wurden erfolgreich abgeschlossen und brachten überzeugende Beweise für die Anwesenheit von Menschen über mehrere Jahrtausende hinweg zutage.
Das umfangreiche Forschungsprojekt wurde von Experten des Fachbereichs Archäologie der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Juraj-Dobrila-Universität in Pula in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Brijuni durchgeführt.
Ziel war es, das kulturelle Erbe und die lange Geschichte einer der bedeutendsten archäologischen Stätten des Parks systematisch zu untersuchen und besser zu verstehen.

Im Zentrum der Untersuchung stand ein Grabhügel aus der Bronzezeit, ein vor über 3.000 Jahren errichteter Steinhügel. Die Ausgrabungen begannen im Frühjahr 2024, die Feldarbeiten fanden zwischen März und April statt.
Während dieser Phase machten die Archäologen eine bedeutende Entdeckung: ein vollständiges menschliches Skelett, das im Hügel begraben war.
Die Radiokohlenstoffdatierung (C14) datierte die Überreste auf die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts und legte die Bestattung somit ins späte Mittelalter. Das bedeutet, dass die Person etwa drei Jahrtausende nach der Errichtung des Grabhügels beigesetzt wurde.
Solche Praktiken, bei denen Bestattungen in viel älteren Bauwerken vorgenommen werden, werden in der Archäologie als Sekundärbestattungen bezeichnet.
Um die Forschung abzuschließen und zu prüfen, ob sich unter dem Steinbau weitere Überreste befanden, kehrte das Archäologenteam im März 2025 an den Ausgrabungsort zurück.
Neben dem bereits zuvor entdeckten Skelett stießen die Forscher auf der gegenüberliegenden Seite des Grabhügels auf einen weiteren menschlichen Unterkiefer sowie auf eine große Anzahl kleiner Knochenfragmente.
Detaillierte Analysen ergaben, dass die Überreste mehreren Personen zuzuordnen waren. Die Gesamtzahl der geborgenen Zähne überstieg 50, was eindeutig auf mehrere Sekundärbestattungen und eine komplexe und lange Geschichte der Bestattungstätigkeit an diesem Ort hindeutet.
Die Arbeiten in Vrh Kosir haben die Bedeutung sorgfältiger und methodischer archäologischer Forschung verdeutlicht.
Jeder Fund trägt zu einem umfassenderen Verständnis der historischen Entwicklung der Brijuni-Inseln bei und offenbart Schichten menschlicher Aktivität und Bestattungsbräuche, die von der Vorgeschichte bis ins Mittelalter reichen.
Redaktion Natur und Umwelt
Bild: Öffentliches Institut Brijuni Nationalpark




