Kroatien verzeichnete im vergangenen Jahrzehnt die größte Verbesserung unter den EU-Mitgliedstaaten hinsichtlich des Anteils der Menschen, die sich einen einwöchigen Urlaub außerhalb ihres Wohnortes nicht leisten können, obwohl die Bezahlbarkeit für viele Haushalte weiterhin eine Herausforderung darstellt, berichtete Poslovni dnevnik.
Laut den neuesten Eurostat-Daten konnten sich 32,6 % der kroatischen Einwohner über 16 Jahre im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub außerhalb ihres Wohnorts leisten.
Damit lag Kroatien immer noch auf dem siebten Platz unter den EU-Ländern mit dem höchsten Anteil an Menschen, die sich einen solchen Urlaub nicht leisten können.
Das längerfristige Bild gestaltet sich jedoch deutlich anders.
Im Jahr 2015 konnten sich 65,8 % der kroatischen Bevölkerung keinen einwöchigen Urlaub im Ausland leisten. Kroatien lag damals an vorletzter Stelle, nur Rumänien lag noch vorn. Innerhalb von zehn Jahren hat sich diese Zahl also fast halbiert und ist um 33,2 Prozentpunkte gesunken – die größte Verbesserung aller EU-Mitgliedstaaten.
Zum Vergleich: Zypern folgt mit einem Rückgang von 25,9 Prozentpunkten, Irland mit 21,6, Bulgarien mit 21,3 und Polen mit 19,5 Prozentpunkten.
Kroatien hat sich dem EU-Durchschnitt ebenfalls deutlich angenähert.
Im Jahr 2015 lag der kroatische Wert mehr als 30 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Bis 2025 sollte sich die Lücke auf etwa fünf Prozentpunkte verringern.
Die Verbesserung fiel zeitlich mit der wirtschaftlichen Erholung Kroatiens, steigender Beschäftigung und Lohn- und Rentenerhöhungen zusammen.
Dieser Trend war besonders deutlich in Haushalten mit Kindern zu beobachten. Im Jahr 2015 konnten sich rund 64 % der Menschen in solchen Haushalten keinen einwöchigen Urlaub leisten. Bis 2025 war dieser Anteil auf 24,2 % gesunken.
Die Vorteile sind jedoch nicht gleichmäßig verteilt.
Ältere Menschen und Einpersonenhaushalte gehören weiterhin zu den am stärksten betroffenen Gruppen. Im vergangenen Jahr konnten sich 62,6 % der über 65-Jährigen, die allein lebten, keinen einwöchigen Urlaub leisten.
Bei Haushalten mit drei oder mehr Kindern lag der Anteil bei 33,1 %, verglichen mit rund 15 % bei Haushalten mit einem oder zwei Kindern.
Die Zahlen zeigen auch, wie weit Kroatien seit den schwierigen Jahren nach der Finanzkrise gekommen ist. Im Jahr 2012 lag der Anteil der Bevölkerung, der sich keinen einwöchigen Urlaub leisten konnte, bei 71,4 %.
Auch wenn Kroatien noch Verbesserungspotenzial bei seinem Lebensstandard hat, stellt der seit einem Jahrzehnt anhaltende Wandel eine der bedeutendsten Verbesserungen bei der Bezahlbarkeit von Urlauben dar, die jemals in der EU verzeichnet wurden.
Redaktion Tourismus
Bild: Visit Lovran




