Das kroatische Außen- und Europaministerium hat reagiert, nachdem Serbien eine Reiseempfehlung herausgegeben hatte, in der es seinen Bürgern rät, Kroatien nur in absolut notwendigen Fällen zu besuchen.
Das Belgrader Außenministerium stufte Kroatien in seinem Reiserisikobewertungssystem in die Kategorie „orange“ ein.
Die Klassifizierung empfiehlt Reisen nur in dringenden Notfällen.
Nach Angaben serbischer Behörden wurde die Reisewarnung aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Kroatien ausgesprochen, darunter eine Zunahme von Vorfällen, Spannungen und, wie sie es nannten, ungünstige Sicherheitsbedingungen.
In der Risikobewertungsliste werden Länder weltweit in vier Kategorien eingeteilt, von grün bis rot. Kroatien gehört derzeit zu den 28 Ländern der orangenen Gruppe und ist das einzige europäische Land in dieser Kategorie.
Serbischen Staatsbürgern, die dennoch nach Kroatien reisen, wurde geraten, große Menschenansammlungen und Orte, an denen es zu Provokationen kommen könnte, zu meiden. Sie wurden außerdem dringend gebeten, im Umgang mit anderen vorsichtig zu sein und auf ihre persönliche Sicherheit und die ihres Eigentums zu achten.

Das kroatische Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten betonte in seiner Antwort, dass das Land nach wie vor ein sicheres und einladendes Reiseziel für Besucher sei.
In einer Stellungnahme wies das Ministerium darauf hin, dass Kroatien Mitglied der Europäischen Union, der NATO und des Schengen-Raums ist und laut Eurostat-Daten regelmäßig zu den sichersten Ländern Europas zählt.
Das Ministerium hob auch Kroatiens starke Tourismusbilanz hervor und merkte an, dass das Land jedes Jahr Millionen von Besuchern begrüßt und sich weiterhin über erfolgreiche Tourismussaisons freuen kann.
„Die größte Schwierigkeit besteht in der Wahl zwischen Küsten- und Weinstraßen.“
Als Reaktion auf die Reisewarnung wählten die Behörden in Zagreb einen gelasseneren Ton und deuteten an, dass das einzige wirkliche Dilemma, vor dem Besucher in Kroatien derzeit stünden, die Entscheidung sei, wohin sie reisen sollten.
„Die größte ‚Spannung‘ in Kroatien scheint derzeit die Wahl zwischen der Adriaküste und den kontinentalen Weinstraßen des Landes zu sein“, so das Ministerium.
Die Behörden wiesen außerdem darauf hin, dass Reisewarnungen manchmal genau das Gegenteil bewirken können.
„Die Erfahrung zeigt, dass wir immer dann, wenn Reisewarnungen ausgesprochen werden, oft sogar noch mehr Besucher aus eben diesen Ländern sehen – der klassische ‚Verbotene-Früchte-Effekt‘“, fügte das Ministerium hinzu.
Kroatien zählt nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen in Europa, insbesondere während der Sommersaison, und lockt Millionen internationaler Besucher an seine Adriaküste, in seine historischen Städte und in die wachsenden Tourismusregionen im Landesinneren.
Redaktion Politik
Bild: westend61





