Kroatien wird mit seinem bisher umfangreichsten saisonalen Gesundheitsnetzwerk in die Touristensaison 2026 starten, da Gesundheitszentren im ganzen Land zusätzliche medizinische Teams einstellen, die an rekordverdächtigen 62 Standorten tätig sein werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wird das erweiterte Netzwerk medizinische Leistungen sowohl für inländische als auch für ausländische Besucher anbieten, wobei die Kosten über die bestehenden Krankenversicherungssysteme gedeckt werden.
Offizielle Stellen gehen davon aus, dass in diesem Jahr mehr als 20 neue Standorte hinzukommen werden, wodurch der Zugang zur primären Gesundheitsversorgung während der Hauptreisezeit deutlich verbessert wird.
Dieser Schritt stellt die größte Ausweitung des Programms seit seiner Einführung dar und spiegelt die wachsende Bedeutung der Gesundheitsversorgung als Teil des gesamten touristischen Angebots Kroatiens wider.
Ausweitung der Berichterstattung auf 11 Landkreise
Zusätzliche medizinische Teams sind in 11 Gespanschaften geplant, die sich von Istrien und der Kvarner-Region entlang der Adriaküste bis nach Dalmatien, Slawonien und Zentralkroatien erstrecken.
Zum ersten Mal wurden die Gespanschaften Karlovac und Krapina-Zagorje in das Programm aufgenommen, was den stetigen Anstieg des kontinentalen Tourismus unterstreicht.
Während Küstenregionen im Sommer weiterhin die höchste Besucherdichte verzeichnen, gewinnen Reiseziele im Landesinneren zunehmend an Beliebtheit. Das Gesundheitssystem passt sich laut offiziellen Angaben entsprechend an.
Im Jahr 2024 wurden in den Saisonkliniken mehr als 26.500 Touristenbesuche verzeichnet.
Die meisten Einsätze fanden in den Gespanschaften Istrien, Dubrovnik-Neretva, Primorje-Gorski Kotar, Šibenik-Knin und Lika-Senj statt, Gebieten, in denen sich die Bevölkerung während der Hochsaison stark vermehrt.
Verringerter Druck auf die Krankenhäuser
Die Gesundheitsbehörden betonen, dass die Erweiterung nicht nur symbolischen Charakter hat. Durch den Betrieb weiterer Kliniken sollen sich die Wartezeiten verkürzen und der Druck auf reguläre Hausarztpraxen und Krankenhausnotaufnahmen nachlassen.
Im vergangenen Jahr waren ursprünglich 56 Standorte geplant, doch aufgrund von Personalmangel konnten die Dienstleistungen letztendlich nur an 40 Standorten angeboten werden. Die Erhöhung auf 62 Standorte im Jahr 2026 signalisiert eine verbesserte Organisation und stärkere Koordination im Vorfeld der Saison.
Temporäre Ärzteteams können vom 1. Februar bis Ende Dezember beauftragt werden. Gesundheitszentren, die Interesse bekunden, können zusätzliche Sprechstunden an ausgewiesenen Touristenorten eröffnen.
Diese Kliniken werden vollständig in das nationale Gesundheitsinformationssystem Kroatiens integriert, sodass Ärzte dort Rezepte und Überweisungen ausstellen und medizinische Grundversorgung anbieten können, genau wie in regulären Praxen.
Für Besucher bedeutet dies einen unkomplizierten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Sollten sie erkranken, sich kleinere Verletzungen zuziehen oder eine Therapie benötigen, können sie vor Ort Hilfe in Anspruch nehmen, ohne ein Krankenhaus aufsuchen oder im Voraus bezahlen zu müssen, sofern sie über eine kroatische Krankenversicherung, die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder entsprechende internationale Abkommen versichert sind.
Parallel zum Netzausbau wird weiterhin in Ausrüstung investiert. In den letzten zwei Jahren wurden über 500.000 € in medizinische Geräte für touristische Versorgungseinrichtungen investiert, weitere 190.000 € sind für 2026 gesichert. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Kliniken für die Behandlung häufiger saisonaler Erkrankungen gerüstet sind – von kleineren Verletzungen und Infektionen bis hin zu Verschlimmerungen chronischer Krankheiten.
Der kroatische Krankenversicherungsfonds (HZZO) hat außerdem eine verbesserte Überwachung und Datenerfassung der für Touristen erbrachten Gesundheitsleistungen angekündigt, um eine präzisere Planung und Anpassung in den kommenden Saisons zu ermöglichen.
Das organisierte Modell zusätzlicher Gesundheitsteams für Touristen wurde 2024 landesweit eingeführt, um der steigenden saisonalen Belastung des Gesundheitssystems entgegenzuwirken. Während einzelne Landkreise zuvor bereits Ad-hoc-Lösungen umgesetzt hatten, markierte 2024 den ersten koordinierten nationalen Rahmen mit klar definierter finanzieller und organisatorischer Unterstützung.
Nach starken Ergebnissen, darunter über 26.500 Besuche im ersten Jahr, wurde das Modell auch 2025 fortgeführt und hat sich mittlerweile zu einer standardmäßigen saisonalen Organisationsstruktur in touristischen Gebieten und stark frequentierten Regionen entwickelt.
Die Initiative ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsministerium, dem kroatischen Krankenversicherungsfonds (HZZO), den Kreisbehörden und den örtlichen Gesundheitszentren.
Während sich Kroatien auf ein weiteres erfolgreiches Tourismusjahr vorbereitet, betonen die Verantwortlichen, dass eine zugängliche und zuverlässige Gesundheitsversorgung nicht nur eine logistische Notwendigkeit, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des internationalen Rufs des Landes ist.
Redaktion Service
Bild: index.hr




