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Lost Places – der alte Militärstützpunkt in Zaton

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Lost Places – vergessene, eigentlich verlorene Orte. Ein Begriff, den man immer wieder liest und der meistens Gebäude oder Komplexe bezeichnet, die einmal sehr wichtig waren und irgendwann verlassen wurden. Und dann nagte der Zahn der Zeit an ihnen, sie verfallen oder werden zerstört.

Der alte Militärflughafen in der Nähe von Zaton ist so ein verlassener Ort, den kein Investor wollte und der schließlich zu einem Schuttabladeplatz degradiert wurde.

Die ersten Bauten hat die Jugoslawische Armee 1947 errichtet, hier entstand damals eine Raketenbasis. Wichtig wurde der Standort aber erst im letzten Krieg, denn hier waren einige Einheiten zur Verteidigung des Gebietes stationiert. 1991 wurde das Gelände zu einem Militärstützpunkt ausgebaut, 1999 verlassen. Die Entminung fand dann bis 2003 statt.




Die Einfahrt ist mit 3 großen Betonklötzen gesichert, die ein unerlaubtes Eindringen verhindern sollten. Heute kann man da ohne Bedenken durchfahren und das Gelände erkunden.




Rechts sieht man die ersten Mannschaftsquartiere, die knapp vor dem Zusammenfallen sind.




Manche dieser Gebäude sind mit Graffitis verschönt so wie dieses, das vermutlich von von Sper, einem Sprayer aus Kiel, ist. Es ist schwierig, etwas über ihn herauszufinden, er scheint aber Entwürfe eines bosnischen Freundes umzusetzen, hat also Verbindung zumindest nach Bosnien.




Auf der linken Seite liegt etwas versteckt ein riesiges Haus. Allein der Wohnraum hat die Größe einer Tanzfläche.




Der Küchenbereich, in dem man noch Teile der Fliesen findet, ist auch sehr geräumig, da konnten viele Menschen bekocht werden.




Geht man weiter Richtung Meer kommt man an weiteren Gebäuden und mehreren betonierten Flächen vorbei. Ich vermute, dass hier einmal Hangars für die Flugzeuge gestanden haben, denn den einen oder anderen Rest so einer Halle findet man noch.




Zuletzt erreicht man die über 1000 Meter lange Startbahn, von der einst die Flugzeuge zu ihren Einsätzen abgehoben haben.

Nachdem der Flugplatz aufgegeben wurde, wusste niemand so richtig, was damit geschehen soll. Die Erben der ehemaligen Grundstückseigentümer haben versucht, ihre Rechte geltend zu machen, wurden aber abgewiesen.




So standen die Gebäude leer, und ihre versteckte Lage schützte sie nicht sondern verhalf einigen, sich daran zu bereichern. Alles, was nicht niet- und nagelfest war wurde abgebaut, das Metall wurde verkauft. Und das, was noch übrig blieb, wurde zerschlagen und zerstört. Wenn man durch die Gebäude geht, kann man kaum noch erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat.




Einige Jahre fanden hier Auto- und Motorradrennen statt – wohl nicht ganz legal. Es gab aber auch Paintball-Events und natürlich viele Partys. Bei einem dieser Veranstaltungen muss auch ein Teilnehmer ums Leben gekommen sein, denn in einer Baracke brennt eine Grabkerze.




Heute hat das Areal seine vermutlich letzte Bestimmung gefunden, denn die Stadt Nin hat hier die Erlaubnis bekommen, Bauschutt bzw. Aushub abzulagern.




Und so wird die riesige Startbahn täglich schmaler, da die LKW’s kontinuierlich ihre Ladung hier platzieren.

Ein Beitrag von: Moni Losem
 Quelle: Zadarski List
 Bilder: Moni Losem



Anreisetipp: Von Zadar fährt man auf der 306 Richtung Zaton. Kurz vor der Ortseinfahrt (etwa 200 Meter vor dem Baugeschäft Primat auf der rechten Seite) geht links eine schmale Straße ab, die direkt zu dem Gelände führt.

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