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Kroatien überdenkt seine Tourismusstrategie

von Norbert Rieger
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In einer Fernsehansprache diese Woche sprach Herr Glavina über die Auswirkungen umfassender Tourismus-, Wohnungs- und Steuerreformen, die die Art und Weise, wie Kroatien das Besucherwachstum steuert, im Stillen verändern. Das bisher sichtbarste Ergebnis ist zahlenmäßig, aber symbolisch: Nach den jüngsten Steueränderungen wurden landesweit fast 10.000 weniger Touristenbetten registriert.

Für Kroatien, ein Land, das vor der Pandemie jährlich über 20 Millionen Besucher empfing, klingen weniger Betten vielleicht nach einer willkommene Abwechslung. Herr Glavina sieht das anders.

„Das war keine kurzfristige Maßnahme“, sagte er. „Es war ein Richtungswechsel.“

Weniger Betten, vollere Zimmer

Die Reformen zielen darauf ab, die unkontrollierte Ausbreitung von Kurzzeitvermietungen einzudämmen, die Auslastung bestehender Unterkünfte zu verbessern und das durch den saisonalen Tourismus belastete Gleichgewicht in den Städten wiederherzustellen. Die Kommunen behalten die Kontrolle über die pauschalen Mietsteuern innerhalb eines national festgelegten Mindest- und Höchstbetrags, während das zentrale Ziel unverändert bleibt: nachhaltigere Reiseziele und mehr Wohnraum für die Einwohner.

Die ersten Anzeichen deuten auf einen Wandel hin. Erstmals seit 2018 verzeichneten private Beherbergungsbetriebe wieder höhere Auslastungsraten . Gleichzeitig stiegen 14 Prozent mehr Steuerzahler in den Markt für Langzeitmietwohnungen ein, und mehr als 3.600 Immobilieneigentümer stellten teilweise oder vollständig von Kurzzeit- auf Langzeitvermietung um.

„Das sind genau die Ergebnisse, die wir uns erhofft hatten“, sagte Herr Glavina.

Druck auf den Wohnungsmarkt und ein sich abschwächender Markt

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Hinter den Tourismusreformen verbirgt sich eine tiefer liegende Sorge, die viele der beliebtesten Reiseziele Europas betrifft: bezahlbarer Wohnraum. Zwar sind die Immobilienpreise in Kroatien noch nicht gesunken, doch Herr Glavina verwies auf inoffizielle Daten von Immobilienmaklern, die einen Rückgang der Immobilienverkäufe in den Adria-Gebieten um 30 Prozent belegen – ein Indiz dafür, dass eine Preisstabilisierung oder gar ein weiterer Preisrückgang folgen könnte.

Kroatien gehört zu den ersten europäischen Ländern, die einen derart umfassenden Eingriff versuchen. Die Hoffnung, so Glavina, bestehe nicht unbedingt darin, die Preise für Neubauten zu senken, sondern den Druck auf ältere Wohnungen und Langzeitmietobjekte zu verringern.

Reisende beobachten die Preise genau.

Wenn die Wohnungsreform ein langfristiges Unterfangen ist, ist die kommende Touristensaison eine kurze – und sie hängt von der Preissensibilität ab.

Laut vom Ministerium zitierten Studien werden Reisende im Jahr 2026 voraussichtlich weniger reisen und weniger Geld ausgeben , wodurch die Kosten zu einem entscheidenden Faktor bei der Wahl des Reiseziels werden. Kroatien, das seit Langem sowohl für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis als auch für seine Schönheit bekannt ist, steht nun im direkten Wettbewerb mit anderen Mittelmeerländern.

„Der Gast entscheidet sich erst im letzten Moment“, sagte Herr Glavina. „Ganz ruhig und rational – zwischen Kroatien , Spanien oder Italien.“

Er merkte an, dass die Unterkunft allein nicht der Haupttreiber der Inflation sei. Die Preise für Hotels und Campingplätze stiegen im vergangenen Jahr moderat um 2,4 bzw. 2,2 Prozent . Der stärkere Preisdruck liege woanders: im Einzelhandel, in Restaurants, im Transportwesen – bei den alltäglichen Kosten, die Reisende am deutlichsten spüren.

Ein notwendiger Neustart

Die Schlussfolgerung des Ministers war eindeutig: Die Stabilisierung der Preise ist keine Option mehr.

„Wenn wir es nicht tun“, sagte er, „werden wir es an den Tourismusergebnissen spüren – und zwar schon in diesem Jahr.“

Für Besucher bleibt Kroatien das, was es seit Langem ist: ein Land mit strahlenden Küsten, historischen Städten und vielfältigen Kulturlandschaften. Doch hinter den Postkartenmotiven vollzieht sich ein Wandel – einer, der darüber entscheiden könnte, ob Kroatiens nächstes Kapitel im Tourismus von Quantität oder von Ausgewogenheit geprägt sein wird.

Redaktion Tourismus
Bild: Opcina Sali

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