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Der IWF warnt Kroatien vor Risiken

von Norbert Rieger
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Steigende Haushaltsdefizite, die durch den robusten Konsum während der Boomphase verursacht wurden, erhöhen den Druck auf die Binnennachfrage und tragen zu einer höheren Inflation und einem wachsenden Leistungsbilanzdefizit bei, stellte der Fonds fest.

Der Exekutivrat des IWF schloss seine jährlichen Konsultationen mit Kroatien ohne formelle Sitzung ab und bestätigte die Ergebnisse der IWF-Mission. Diese Konsultationen, die mit jedem Mitgliedsland durchgeführt werden, beinhalten eine detaillierte Überprüfung der wirtschaftlichen Lage und der politischen Rahmenbedingungen.

Das Wachstum bleibt solide, die Inflation lässt allmählich nach.

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Trotz eines ungünstigen globalen Umfelds und erhöhter Unsicherheit erwartet der IWF für Kroatien ein zwar moderateres, aber dennoch solides Wirtschaftswachstum von rund 3 % in den Jahren 2025 und 2026. Die Inflation dürfte sich bis Ende 2026 oder Anfang 2027 dem Zielwert der Europäischen Zentralbank annähern.

Es wird erwartet, dass sich das Leistungsbilanzdefizit kurzfristig ausweitet, bevor es sich verbessert, während das Haushaltsdefizit im Prognosezeitraum voraussichtlich im Durchschnitt knapp unter 3 % des BIP liegen wird.

Risiken tendieren zu höherer Inflation

Laut IWF sind die Wachstumsrisiken im Großen und Ganzen ausgeglichen, die Inflationsrisiken jedoch überwiegend positiv. Eine stärkere Abschwächung der Auslandsnachfrage, insbesondere im Tourismus, oder zunehmende geopolitische und handelspolitische Spannungen könnten das Wachstum belasten.

Globale Schocks, insbesondere durch höhere Energie- und Lebensmittelpreise, könnten die Inflation ebenfalls wieder anheizen.

Im Inland warnt der IWF vor einer möglichen Überhitzung der Wirtschaft, sollte die Fiskalpolitik expansiv bleiben und das Lohn- und Kreditwachstum die Erwartungen weiterhin übertreffen. Positiv zu vermerken ist hingegen, dass schnellere Fortschritte bei den Strukturreformen angebotsseitige Engpässe verringern und sowohl das tatsächliche als auch das potenzielle Wachstum ankurbeln könnten.

IWF fordert schnellere Haushaltskonsolidierung

Eine stärkere und schnellere Haushaltskonsolidierung ist unerlässlich, um den Nachfragedruck zu mindern und die Inflation einzudämmen, betont der IWF. Dies würde auch dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, Puffer gegen künftige Schocks aufzubauen und den steigenden Ausgabenbedarf zu decken.

Kurzfristig könnte die Konsolidierung unterstützt werden durch eine Begrenzung des Lohnwachstums im öffentlichen Sektor, eine Verbesserung der Mehrwertsteuereinnahmen, den schrittweisen Abbau der verbleibenden Maßnahmen zur Unterstützung der Lebenshaltungskosten und eine Verschärfung der Haushaltsdisziplin auf kommunaler Ebene.

Mittelfristig sieht der Fonds Spielraum, die Steuerbasis zu verbreitern und das Steuersystem zu verbessern, indem er ermäßigte Mehrwertsteuersätze und -befreiungen überprüft und eine wertbasierte Immobilienbesteuerung einführt.

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Auf der Ausgabenseite empfiehlt der IWF Maßnahmen zur Senkung der hohen öffentlichen Lohnkosten, zur Verbesserung der Effizienz, insbesondere im Gesundheits- und Bildungswesen, und zur Sicherung der Rentenstabilität durch Anhebung des effektiven Renteneintrittsalters.

Das Bankensystem ist stark, aber Wachsamkeit ist geboten.

Der kroatische Bankensektor ist weiterhin hochliquide, gut kapitalisiert und profitabel. Stresstests deuten darauf hin, dass das System auch unter ungünstigen Bedingungen weitgehend widerstandsfähig bleiben würde.

Der IWF warnt jedoch vor einer Zunahme von Schwachstellen, insbesondere auf dem Wohnimmobilienmarkt, und hebt strukturelle Risiken hervor, die mit starken Verflechtungen zwischen Banken und Staaten sowie einer hohen Kreditkonzentration verbunden sind.

Der Fonds würdigt die angemessene Verschärfung der makroprudenziellen Maßnahmen durch die kroatischen Behörden, weist jedoch darauf hin, dass weitere Maßnahmen – insbesondere im Bereich der Kreditnehmermaßnahmen – erforderlich sein könnten, falls die zyklischen Risiken fortbestehen.

Immobilienmarkt: IWF empfiehlt strengere Besteuerung

Angesichts des hohen Anteils barfinanzierter Immobilienkäufe und der starken ausländischen Nachfrage unterstützt der IWF nachdrücklich ergänzende Maßnahmen zur Erhöhung des Wohnungsangebots und zur Eindämmung spekulativer Nachfrage. Dazu gehören höhere Steuern auf Immobilien und Einkünfte aus kurzfristiger Vermietung.

Reformen erforderlich, um langfristiges Wachstum zu fördern

Um das Wachstumspotenzial angesichts einer alternden Bevölkerung, Arbeitskräftemangel und Qualifikationsungleichgewichten zu steigern, fordert der IWF tiefgreifendere Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen.

Die Gesundheitsreformen sollten regionale Ungleichheiten beim Zugang zu Gesundheitsleistungen angehen, die Prävention stärken, die zentrale Rolle der Krankenhäuser neu bewerten und die Anwendung und Verteilung von Arzneimitteln verbessern. Die Bildungsreformen sollten sich auf den Abbau von Qualifikationslücken und den Ausbau der Erwachsenenbildung konzentrieren.

Eine bessere Integration ausländischer Arbeitskräfte würde auch den langfristigen Wohlstand fördern.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass nachhaltige Reformbemühungen der Schlüssel zur Aufrechterhaltung der starken Wachstumsdynamik Kroatiens bei gleichzeitiger Wahrung der Stabilität sein werden.

Redaktion Wirtschaft
Bild: Tagesspiegel

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