„Die kroatische Küste kann nur durch systematisches Management und langfristige Strategien geschützt und nachhaltig erhalten bleiben, bei denen Natur und die lokale Bevölkerung Vorrang vor dem Profit haben.“
Die kroatische Küste zählt zu den wichtigsten natürlichen und wirtschaftlichen Ressourcen des Landes. Der Tourismus trägt fast 20 % zum BIP bei und ist der Motor der maritimen Wirtschaft. Staus, Massentourismus und eine unzureichende Infrastruktur schränken jedoch die nachhaltige Entwicklung stark ein. Straßen, Parkplätze, Abwasser- und Entwässerungssysteme sind nicht auf das hohe Touristenaufkommen ausgelegt, und der Mangel an lokalen Arbeitskräften erschwert die Aufrechterhaltung der Servicequalität zusätzlich.
Strategische Dokumente des Staates sehen bis 2030 die Reduzierung der Saisonalität, den Erhalt der Umwelt und des kulturellen Erbes sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung vor. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Umsetzung verzögert ist. Mangelnde Koordination in der Raumplanung und uneinheitliche Anwendung von Vorschriften führen zu Umweltzerstörung und visueller Beeinträchtigung, die jeden Besucher der Küste schmerzlich trifft.
Ökologische Probleme sind keine Theorie. Marine Ökosysteme stehen unter Druck, Seegraswiesen werden entfernt, Strände künstlich bebaut – die langfristigen Folgen sind gravierend. Nachhaltige Entwicklung bleibt oft nur ein Schlagwort, weil ökologische Standards weder systematisch umgesetzt noch deren Einhaltung überwacht und geahndet wird.
Kroatien hat Zugang zu europäischen Fördermitteln wie dem EMFAF, doch diese sind fragmentiert und folgen keiner klaren, einheitlichen Strategie. Projekte werden zwar finanziert, aber ein systematisches Küstenmanagement führt nicht zu den erwarteten Ergebnissen. Die Beispiele der Niederlande, Norwegens und Australiens sind zwar inspirierend, lassen sich aber aufgrund unterschiedlicher Bedingungen, Institutionen und Politiken nicht auf Kroatien übertragen.
- Bewertung der Aufnahmekapazität der Reiseziele.
- Koordiniertes Management von Geldern und Schutzmaßnahmen.
- Stärkung der Kapazitäten lokaler Gemeinschaften – Entwicklung der Fähigkeiten, des Wissens und der Ressourcen lokaler Behörden, des zivilgesellschaftlichen Sektors, von Verbänden, Unternehmen und Bürgern.
- Systematische Überwachung der Ergebnisse der Politikumsetzung.
- Diversifizierung der Wirtschaftstätigkeiten zur Verringerung der Abhängigkeit vom Massentourismus.
Nur ein solch systematisches und verantwortungsvolles Vorgehen kann das Natur- und Kulturkapital der kroatischen Küste für künftige Generationen bewahren.
„Natur und Menschen an der Küste müssen Vorrang vor dem Profit haben – nur so kann die kroatische Küste nachhaltig sein.“
Redaktion Natur und Umwelt
Bild: UI / Illustration




