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Die Rückkehr der Schwarzen Schweine

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Vor 150 Jahren wurde in Kroatien von Graf Karl Pfeiffer durch Kreuzung das schwarze Schwein gezüchtet. Da dieses Tier etwas langsamer wachsend war, wurde es allmählich vom weißen Schwein verdrängt. Das weitere Bestehen der Rasse in Kroatien war gefährdet.

Im Eichenwald unweit der kroatischen Hauptstadt Zagreb sind neue ungewöhnliche Bewohner eigezogen: die schwarzen slawonischen Schweine, die schon beinahe ausgestorben waren. Bei den Kroaten heißen sie “fajferica”. Der Name geht auf Graf Pfeiffer zurück, der auf seiner Farm in der Nähe von Osijek vor fast 200 Jahren mit der Zucht dieser Schweinerasse begonnen hatte. Die Fleischqualität dieser Rasse ist sehr gut. Die Tiere sind an das Leben in der Wildnis angepasst und brauchen fast keine tierärztlichen Behandlungen.

Hier haben die Schweine alles, was sie brauchen: eine Wasserquelle, Unterschlupf bei Unwetter und eine Futterstelle. Den Tieren würde die Nahrung, die sie unter dem Eichenbaum finden, genügen. Für die Zucht ist aber eine Zufütterung notwendig.

“Der Arbeitsaufwand beträgt nur zehn Minuten. Es soll kontrolliert werden, ob alles in Ordnung ist, ob der Zaun steht, und ob die Schweine zur Futterstelle kommen. Und man muss sie füttern. Und das ist alles.”

Mario Bedeković

 

 Im Schatten wacht der kroatische Schäferhund, ein optimaler Hüter für die slawonischen Schweine. Wegen der problemlosen Zucht und der guten Fleischqualität hat sich diese junge Familie entschieden, in die Stapfen ihrer Vorfahren zu treten.
 

“Mein Vater und mein Großvater haben mir erzählt, dass sie als Kinder mit den Schweinen in diesem Wald auf Eichelsuche gingen. Das ist leider heutzutage kein Brauch mehr. Es gibt immer weniger Schweinezüchter und keine Waldspaziergänge mehr.”

Petra Bedeković

 

In der Nähe ist auch die Schweinefarm, auf der Mario aufwuchs. Er hat aber beschlossen, entgegen der Praxis seines Vaters, keine teure und anspruchsvolle Schweinerasse zu züchten, sondern er entschied sich für die einheimische “Pfeifferin”. Die weißen Schweine brauchen teureres Futter, Fachpersonal und ständige Aufsicht. Die “Pfeifferin” hingegen ist gern allein und so bleibt dem Landwirt genügend Zeit, seine anderen Arbeiten zu erledigen. Daher besiedelt auch der Vater langsam mit seinen 150 “Pfeifferinnen” den Wald.

“Warum den Wald? Weil für diese Schweine Beton und geschlossene Räume eine Qual sind. Dieses Schwein liebt und braucht die Weite.”

 

Mario Bedeković

Landwirte, die keine Geduld haben, werden sich für weiße Schweine entscheiden, weil die nach ein paar Monaten für die Fleischindustrie reif sind. Das schwarze Schwein gedeiht langsamer. Erst nach zwei Jahren ist sein Fleisch für die Verarbeitung geeignet. Aber es lohnt sich, zu warten. Die Forschung hat bewiesen, dass es weltweit kaum ein besseres Fleisch gibt.

“Der Unterschied zwischen Fleisch und Wurst vom schwarzen slawonischen Schwein oder vom weißen Hybridschwein ist schon beim ersten Bissen zu schmecken.”

Mario Bedeković

 

Der echte slawonische Kulen wird aus dem Fleisch des schwarzen Schweines hergestellt. Auch die Familie Bedeković macht es so. Alles, was hineinkommt, ist qualitätsmäßig geprüft, sodass sie in den vergangenen fünf Jahren bereits zahlreiche Preise bekommen haben. Die Familie ist sicher, dass die Nachfrage nach dem Fleisch vom schwarzen slawonischen Schwein weiter zunehmen wird. (NR)

BR/Presse-TV Kroatien,Elizabet Škrobo 
Bild: BR.de

 

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