Auch in Kroatien wird der Naturschutz großgeschrieben, denn das reiche Vorkommen an Tieren und Pflanzen ist einzigartig in Europa. Leider treibt der Schutz manchmal seltsame Blüten, und es wird eher an die klingelnde Kasse als an die schützenswerten Tiere und Pflanzen gedacht.
Ein extremes Beispiel ist das Geierschutzzentrum, das ursprünglich auf der Insel Cres gegründet wurde. Initiator war Goran Susić, der hier in Eigenregie und mit Hilfe zahlreicher Freiwilliger ein Zentrum für verletzte Geier und Jungvögel aufgebaut hatte. Dabei hat er alles selbst finanziert bzw. Spenden eingesetzt, um eine gut funktionierende Infrastruktur aufzubauen. Neben Gehegen wurden zahlreiche Wege angelegt, es gab Gebäude für die Versorgung der Tiere und natürlich auch verschiedene Infostände für Besucher. Doch sein Engagement war an dieser Stelle schnell zu Ende, denn der kroatische Staat hat das Gelände kostenlos übernommen, um mit den Tieren ein weiteres Einkommen zu haben. Denn Touristen sind hier mehr als willkommen. Allerdings – und das wurde mir glaubhaft versichert, werden geschwächte und kranke Tiere den Winter über nicht versorgt, sodass die Letalitätsrate deutlich gestiegen ist.

Goran gab aber nicht auf und begann in der Nähe von Sv. Juraj (Kvarner) ein neues Zentrum aufzubauen. Aber auch das war bestimmten Leuten ein Dorn im Auge, die dringend notwendigen Gelder wurden gestrichen, und so musste Goran auch hier im Dezember 2016 seinen Traum aufgeben.

Aber Goran wäre nicht Goran, wenn er aufgeben würde. Und so begann er 2017 mit dem Bau von Futterstellen für die Gänsegeier, die er besucht und so diese wunderschönen Tiere weiter betreut. Einer dieser Futterplätze ist im Naturpark Krka.

Es gibt nur wenige Tiere, die in Europa verfolgt, gehasst und vergiftet werden. Dazu gehören Bären, Wölfe und eben auch die Geier. Es muss hier dringend ein Umdenken erfolgen, um zu verhindern, dass diese Tiere aussterben. Denn gibt es einen schöneren Anblick, als die majestätische Vögel über den Klippen im Aufwind segeln zu sehen?
Moni Losem

Informationen: Conny Kruchta und Grifon – Birds of Prey Conservation Society
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Goran Susić

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