Die Touristenstadt leidet derzeit unter dem schwersten Hochwasser seit Jahrzehnten. Das Ausmaß der Zerstörung sei „unvorstellbar und beängstigend.“

Derzeit zerstört ein zu hoher Wasserspiegel ganz Venedig, zwei Menschen sollen dabei bereits ums Leben gekommen sein. Laut der Nachrichtenagentur ANSA sollen sich die Schäden bis ins historische Stadtzentrum ausbreiten.

Sechzig Boote sollen schwer beschädigt worden sein, unter ihnen auch der Wasserbus, das öffentliche Verkehrsmittel der Stadt. In mehreren Teilen sollen der Strom und die Telefonverbindungen ausgefallen sein. Auch Menschenopfer soll es bereits geben. Ein Mann soll einen elektrischen Schlag bekommen haben, ein weiterer soll leblos vor seinem Haus gefunden worden sein.

Bürgermeister Luigi Brugnaro zeigt sich verzweifelt und meint: „Wir brauchen Hilfe, um diese schwierigen Tage zu bewältigen.“ Laut ihm sollen sich die Schäden in Höhe von Hunderten Millionen Euro belaufen. Es ginge dabei nicht nur um die Hochwasserschäden, sondern auch um die Bevölkerung und die kulturreiche Stadt selbst.

Finanzielle Unterstützung kommt aus Rom, dort erklärte der ehemalige EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani: Wir prüfen nach Möglichkeiten, um dem schwer betroffenen Raum von Venedig aktiv unter die Arme zu greifen.“ Zudem soll das italienische Kulturministerium eine Taskforce einsetzen, um die Kunstschätze der Stadt zu retten.

Besonders groß ist die Sorge um den Markusdom, der bereits Schäden am Mauerwerk abbekommen hat. Die gesamte Krypta soll unter Wasser stehen. Um den Wasserspiegel zu kontrollieren, sollen Nachtwachen engagiert worden sein.

„Venedig werden wir verlieren, das ist nicht umstritten“, so Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung vor einem Jahr. Wann das geschehen wird ist noch unklar, aber es wird passieren, das ist die Meinung der Experten.

Obwohl die Stadt immer wieder mit Hochwasser zu kämpfen hatte, soll rein die einmalige Kombination aus „Scirocco“, dem aus Afrika kommenden Wüstenwind und Starkregen sein. Beim italienischen Zivilschutz wird ebenfalls von einem „außergewöhnlichen Ereignis“ gesprochen.

Die Regierung fürchtet weitere Schlechtwetterfronten und bereitet sich auf schlimmere Zustände vor. Gemeinderatsmitglied Paola Marra appellierte an Touristen: „Bleibt zu Hause. Kommt nicht aus Neugierde in die Stadt“!

Kosmo.at
Bild: Screenshot YouTube 
Video: euronews 
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