Das gut erhaltene Haus mit fünf Zimmern und einem großen Konferenzsaal soll nicht nur Al Capone, sondern auch hochrangigen Politkern Unterschlupf geboten haben.

In der Nähe der kroatischen Stadt Opatija steht ein unscheinbares Haus, umgeben von einem hohen Zaun, versteckt im dichten Wald, weit weg von den Augen der Öffentlichkeit. Dies ist die ehemalige Sommerresidenz der Chefs von UDBA und OZN, Aleksandar Ranković, welche den Namen Capone-Villa nach dem berühmten Mafia-Boss bekam.

Auch wenn viele der Meinung sind, dass es sich nur um eine Legende handelt, dass Al Capone in Verbindung zu diesem Haus steht, so sollen nun einige Historiker aus Rijeka auf Beweise für diese Theorie gestoßen sein.

In dem Haus bei Opatija soll Al Capone nicht nur gewohnt haben, sondern auch seine Mutter versteckt haben. Laut den historischen Quellen soll der Mafia-Boss Anfang der 1920er Jahre dort gehaust und auch den Bau des Privathafens, welcher sich immer noch in der Nähe der Villa befindet, finanziert haben.

Seine Mutter, Teresina Capone, sei gebürtig aus Rijeka und dies würden offizielle Dokumente der amerikanischen Immigrationsbehörden bestätigen, da die Familie Al Capones in die Staaten von Rijeka aus gereist sei. Teresina hätte bis zur Heirat mit dem Vater von Al Capone Gabriel, mit welchem sie 1894 in die USA zog, in Rijeka ihren Hauptwohnsitz gehabt.

Diese Geschichte soll ein Mann, gebürtig aus Rijeka, welcher als Taxifahrer in Chicago gearbeitet hat von Al Capone selbst haben. Die Beziehung zu der kroatischen Stadt soll auch im Buch seiner Verwandten Deirdre Marie Capone vorkommen.

„Es wurde mir gesagt, dass meine Urgroßmutter Teresina Raiola Capone in einer anderen Stadt zur Welt kam und dies könnte Rijeka sein. Ich bin mir nicht sicher ob er der Eigentümer der Villa war, aber wenn wir über das 1924 sprechen, so glaube ich, dass er seine Mutter in genau jenes Haus brachte, nachdem sein Bruder Frank umgebracht wurde“, so Deirdre Marie Capone. Diese Aussage bestätigen auch Dokumente aus den USA, in welchen zu lesen ist, dass Al Capone 1924 in Europa wohnte.

Der Wolkenkratzer von Rijeka

Hochhaus von Rijeka
Hochhaus von Rijeka

Viel bekannter ist die Geschichte rund um den Bau des Wolkenkratzers in Rijeka (1924-1939). Zu dieser Zeit war die Stadt eine freie Handelszone unter italienischer Verwaltung und ein Paradies für Geldwäsche. Die Erbauung soll Al Capones Buchhalter, Marko de Arbori, finanziert haben und tausende Menschen reisten in die heute kroatische Stadt, um das Gebäude zu bestaunen, welches von Chicago inspiriert ist.

Das Gebäude in Rijeka war 66 Meter hoch und zwei Stockwerke höher als der erste Wolkenkratzer in Chicago, welcher 1885 erbaut wurde. Die Verschwörungstheorie geht sogar noch einen Schritt weiter und meint, dass dieses ehemalige Luxusgebäude und heutiges Wahrzeichen der Stadt im Auftrag von Al Capone in Andenken an seine Mutter gebaut wurde.

Nicht nur Capone liebte die Villa
Das schöne und abgelegene Haus mit fünf Zimmern zwischen Opatija und Rijeka soll nach Capone von anderen historischen Persönlichkeiten bewohnt worden sein. Nach dem Politiker und Chef der OZN, UDBA und KOS – Aleksandar Ranković – sollen auch die darauffolgenden hochrangigen Mitglieder der Geheimpolizei dort gelebt haben.

Als 1990 das Objekt unter die Verwaltung Kroatiens kam, sollen dort die Chefs der MUP und SOA ihre Sommer verbracht haben. Gemunkelt wird auch, dass sich der erste Präsident Kroatiens, Franjo Tuđman, in dieser Villa vor den Augen der Öffentlichkeit versteckt hat. Obwohl dies nicht bewiesen ist, so ist allerdings belegt, dass seine engsten Familienmitglieder, seine Ehefrau Ankica und seine Tochter Nevenka dort waren.

Interessant sei laut einigen Forschern auch die Tatsache, dass im Grundbuch bereits seit Jahren die Regierung Kroatiens als Inhaber eingetragen ist, während kein Vermerk über die vorhergehenden Eigentümer zu finden ist. (NR)

Quelle: Kosmos
Bild: zVg.
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