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Insel Hvar

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Betrunkene Partytouristen sind nicht nur in Spanien ein Problem. Unter den Urlaubsorten, die sich gegen die unangenehmen Besucher wehren, ist die kroatische Insel Hvar. Das auch bei Promis beliebte Urlaubsziel will nicht zu einem neuen „Ballermann“ werden und verhängte deshalb drakonische Strafen für ungebührliches Verhalten.

„Wir haben nichts gegen Touristen, schließlich leben wir von ihnen”, sagt Rikardo Novak, der Bürgermeister von Hvar. „Wir möchten aber keine Partyinsel sein. In den vergangenen Jahren sind die Dinge hier ein wenig eskaliert.“ Er hat mit dem Problem der Partytouristen Wahlkampf gemacht, nun hat er einen neuen Bußgeldkatalog eingeführt.

Demnach können Gäste zur Zahlung von 500 Euro verdonnert werden, wenn sie ohne T-Shirt durch die Stadt laufen. Flanieren in Bikini oder in der Badehose koste 600 Euro, Sauforgien werden mit bis zu 700 Euro bestraft. Entsprechende Warnschilder informieren inzwischen an den Ortseingängen und auch schon auf der Fähre zur Insel über die neuen Bußgelder.
Geldstrafen sollen abschrecken

Die Insel Hvar sorgt sich ernsthaft um ihren Ruf. Einst waren es nämlich vor allem exklusive Gäste, die im Hafen angelegten: Jay-Z und Beyoncé, Madonna oder Tom Cruise. Doch nun kommen die Touristen nicht nur, um das Unesco-Weltkulturerbe zu sehen, sondern auch zu tagelangen Alkoholexzessen. Erst kürzlich kippte eine 20-jährige Britin vor einem Nachtclub um und starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Novak will gegensteuern, auch wenn die Geldstrafen zuallererst abschrecken sollen. Der Bürgermeister hofft, dass sich die Regeln herumsprechen. Tatsächlich zahlen musste demnach bisher noch niemand. „Wir haben trotzdem das Gefühl, dass sich die Leute besser benehmen“, sagte der 47-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“. Etwa 700.000 Besucher kommen jedes Jahr nach Hvar.

Tourist ist nicht gleich Tourist. Kritik gibt es durchaus – weniger an den Regeln selbst, als an ihrer Umsetzung. „Natürlich ist es ein Problem, dass die Leute jedes Jahr härter feiern“, sagte Iozo Tomasević, Betreiber einer Herberge. Er muss sich selbst mit sturzbetrunkenen Gästen herumschlagen, die die Nachbarn stören.

Tomasević fragt sich jedoch, warum zwar er kontrolliert wird, aber nicht die Airbnb-Vermieter. Und warum die Polizei nicht wegen Lärmbelästigung eingreift, wenn „im Yachtclub die Megaparty steigt.“ Er hat auch eine Antwort dafür: „Wenn du Geld hast, kannst du dir alles erlauben“. (NR)

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