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Dieses Balkan-Land versorgt ganz Europa mit Drogen

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Ein Beitrag unserer Kollegen von Kosmo.at

Der Staat versorgt andere europaweit mit Cannabis und Kokain, um der Armut zu entkommen. Doch das hindert ihn an seinen eigentlichen Zielen, ein Teufelskreislauf für Land und Bevölkerung.

Albanien möchte der Europäischen Union beitreten, doch die organisierte Kriminalität und der Suchtmittelhandel hindern das Land am wirtschaftlich-politischen Fortschritt. Vor allem der europaweite Cannabisanbau wird vom Balkanland dominiert.

Flucht aus der Armut
Zu Zeiten des kommunistischen Regimes galt das Land als stark abgeschottet. Nach dem politischen Zusammenbruch 1990 kam es zudem zu einer Welle der Auswanderung, bei der bis zum Jahr 1996 insgesamt etwa 600.000 Menschen das Land verließen und in den Westen Europas migrierten. Bis 1998 folgten weitere 70.000.

Das Land ist wirtschaftlich zerrüttet und versucht daher mit dem Anbau von Drogen, einen Ausweg aus der Armut zu finden. Allein im Jahr 2020 kam es zu über 1.250 Polizeieinsätzen, bei denen über 2,3 Millionen Marihuana-Pflanzen zerstört wurden. 8.900 beteiligten Polizisten sollen insgesamt neun Tonnen Gras sichergestellt und 250 Händler und Produzenten festgenommen haben, so berichtete das deutsche Medienportal mdr.

Optimale Umstände – Dorn im Auge
Der Anbau findet meist in den Bergregionen des Landes statt, die auch von der Luft aus nur schwer zu kontrollieren sind. Zudem sind Korruption und Vetternwirtschaft in Albanien weiterhin fixer Bestandteil des Systems, denn Politiker, Polizisten und die internationale Mafia sollen an einem Strang ziehen. Italien bietet als Nachbarland einen optimalen Absatzmarkt – damit sind die Voraussetzungen für den illegalen Anbau optimal.

Eigentlich möchte das Land in die Europäische Union, doch nur sieben Tage bevor es den Status des offiziellen EU-Beitrittskandidaten erhalten sollte, kam es zu einem Großeinsatz gegen das Dorf Lazarat 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Tirana. Dabei kam heraus, dass die Bewohner dort bis zu 900 Tonnen Rauschgift jährlich geerntet hatten. Der Marktwert dafür beläuft sich auf 4,5 Milliarden Euro, was ungefähr einem Drittel des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Immer wieder berichten Cannabis-Bauern, dass sie keine andere Wahl hätten Geld zu verdienen und sich ein Leben in Albanien zu leisten, außer mit illegalen Substanzen zu handeln. Sie selbst sehen sich nicht als Kriminelle, sie sollen es aus der Verzweiflung heraus machen.

Aufgrund der Skandale ist es den Menschen in Albanien nicht möglich die EU-Rechte zu beanspruchen, denn das Land wird vom Drogenhandel, Korruption und der Mafia regiert. Der Weg aus der Armut heraus, treibt die Menschen in die Kriminalität und diese hindert sie wiederrum am wirtschaftlich-politischen Vorankommen: Ein Teufelskreislauf, der weiterhin kein Ende zu nehmen scheint.

www.kosmo.at/Kroatien-Nachrichten.de
Bild: Flaggen kaufen/zVg.

 

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