Home Ausland BOSNISCHE DIASPORA SCHREIBT OFFENEN BRIEF AN STRACHE NACH GUDENUS-BESUCH IN BANJA LUKA

BOSNISCHE DIASPORA SCHREIBT OFFENEN BRIEF AN STRACHE NACH GUDENUS-BESUCH IN BANJA LUKA

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Der FPÖ-Klubobmann, Johann Gudenus, hat mit seiner Teilnahme an den Feierlichkeiten anlässlich des umstrittenen „Nationalfeiertags“ der Republika Srpska, viel Wirbel ausgelöst. Nun meldet sich die bosnisch-herzegowinische Diaspora zu Wort.

Zwar wurde offiziell seitens FPÖ bestätigt, dass der Klubobmann „in keinerlei Regierungsfunktion“ nach Bosnien-Herzegowina reiste, dennoch gilt sein Besuch als umstritten. Die bosnische Diaspora hat einen offenen Brief an Vizekanzler Heinz-Christian Strache verfasst, in dem sie die Ordensverleihung durch den Präsidenten der Republika Srpska, Milorad Dodik, heftig kritisieren.

“Ist es eventuell Ihr Ziel, nationalistische Spannungen am Balkan erneut aufflammen zu lassen und damit auch die Sicherheit und den Frieden in Europa zu gefährden?”  Diese Frage stellt das ZZI (Zentrum für Zeitgenössische Initiative) an den Vizekanzler Strache. Das ZZI versteht sich als eine überparteiliche und interkulturelle Plattform für die Entwicklungszusammenarbeit von kulturellen, wissenschaftlichen und sozialen Projekten zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina. Mitglieder des Vereins sind sowohl Österreicher als auch Bosnier.

Die ZZI schreibt an Strache: “Diese Frage ist ebenfalls berechtigt, weil es Ihre Partei ist, die stets behauptet, dass der Islam nicht zu Europa gehöre und diese Religion die Menschen radikalisiere. Daraus ist auch zu schließen, dass Sie kein großes Interesse an einem Friedensprozess am Balkan haben können. Stellt Bosnien-Herzegowina doch genau die Antithese dessen dar, was Sie andauernd verbreiten. Denn die muslimische Bevölkerung hat dort über Jahrhunderte hinweg friedlich mit Menschen anderer Konfessionen zusammengelebt. Und das in Europa!”

Mit diesem Brief wollte der Verein auf die außenpolitisch umstrittenen Kontakte von FPÖ-Politikern mit Milorad Dodik, der seit vielen Jahten eine separatistische Politikm betreibt, kritisiern. Dodik möchte die Unabhängigkeit der Republika Srpska von Bosnien-Herzegowina erlangen, um einen gemeinsamen Staat mit Serbien zu gründen. Dies wird von Serbien nicht unterstützt.

“Die FPÖ sieht sich als Anwalt der anständigen und fleißigen Bürger und betont auch stets den Wert von Leistungen. Daher ist es auch interessant zu wissen, für welche konkrete Leistung für die Republika Srpka Sie mit diesem Orden ausgezeichnet wurden? Sie wissen sicherlich, wer ein anständiger Mensch ist, der nimmt keine Belohnung für etwas an, was er nicht geleistet hat. Auch deshalb, weil er sich seinem Gegenüber nun verpflichtet fühlt”, so das ZZI.

“Wir dürfen auch davon ausgehen, dass Sie im Zuge Ihrer politischen Laufbahn bereits genügend Leistungen und Wohltaten erbracht und deshalb auch öfter Ehrungen erfahren haben. Deshalb dürfte es Ihnen in diesem Fall wohl nicht allzu schwer fallen, auf diesen Orden zu verzichten. Wir können Ihnen auch versichern, dass es noch genügend andere Kriegsverbrecher sowie Politiker und Organisationen mit zweifelhaftem Ruf gibt, die in den Genuss dieser Ehrung der Republika Srpska kommen können. Die Auswahl ist groß. Also keine Sorge, Präsident Miloran Dodik wird auf seinen Orden nicht sitzen bleiben.” (NR)

Quelle: Kosmos
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