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Kroatien erfreut sich immer mehr an steigernder Beliebtheit und die Insel Hvar feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Jubiläum des organisierten Tourismus. Doch gleichzeitig findet ein Trend statt, sich nur auf den Tourismus zu fokussieren.

Vieles dem Tourismus untergeordnet

Vor kurzem habe eine deutschsprachige touristische Zeitschrift erhalten, die neben altbekannten touristischen Destinationen  sich seit neustem exklusiv mit Kroatien befasst. Man merkt, dass Kroatien immer mehr an steigernder Beliebtheit im deutschsprachigen Raum gewinnt. Flughäfen werden vergrößert, Hotels erbaut. In einem Gespräch mit einem Immobilienmakler aus der Gegend um Split konnte ich in Erfahrung bringen, dass gerade in viele Privathäuser investiert wird. Nach seinen Aussagen werden Villen und Swimmingpools errichtet, um ein besseres Angebot den Touristen bieten zu können, die Anzahl der registrierten Apartmentbesitzer ist angestiegen und auf dem Community-Marktplatz für Buchung und Vermietung von Unterkünften – der Plattform Airbnb – sprießen Privatwohnungen vor allem in Split, wie Pilze aus den Boden. Man merkt der Wachstumstrend ist weiter ungebrochen und der Tourismus expandiert.

150 Jahre organisierter Tourismus auf Hvar

Gerade auf der Insel Hvar ist dies besonders zu spüren. Die Insel feiert in diesem Jahr 150 Jahre organisierten Tourismus. Somit wird dieses Jahr Hvar in besonderer Weise im Zentrum des kroatischen Tourismus stehen und Kroatien in diesem Jahr mit ihr assoziiert werden. Es ist auch für mich für ein besonderes Ereignis, da ich von der Insel Hvar stamme und ob ich es will oder nicht, der Tourismus mir in die Wiege gelegt wurde. Ich bin bestens mit der Insel und ihrem Tourismus in jeglicher Hinsicht vertraut, vor allem da wir selber Ferienunterkünfte auf der Insel Hvar vermieten.

Zwei-schneidiges Schwert

Doch wie lange wird diese Expansion so weiter gehen? Im Grunde würde ein terroristischer Anschlag reichen und es wäre für eine Zeit lang aus mit dem Tourismus. Die Regierung, hat Ölkonzernen vor einigen Jahren die Aufgabe erteilt, im adriatischen Meer nach Ölfelder zu suchen. Wenn diese gefunden werden und eventuell eine Ölkatastrophe vor der Küste sich ausbereiten würde, wäre es mit der idyllischen Küstenlandschaft Kroatiens und dem Tourismus vorbei. – Ja ich weiß alles Horrorszenarien. Doch wohin ich eigentlich hinaus will ist, wieso in Kroatien nicht mehr auf andere Industrien gesetzt oder mehre Eckpfeiler der kroatischen Wirtschaft gefördert werden? Zum Beispiel die Landwirtschaft: Gar liegende Felder in Slawonien oder die Nicht-Rentabilität von landwirtschaftlichen Erzeugnissen lassen die Landwirtschaft zu Grunde gehen, obwohl man diesen Zweig mit dem touristischen Angebot hervorragend in Verbindung setzten könnte. Auf diese Fragen konnte ich mir bis heute Antwort geben. Liegt es an der Tatsache, dass man relativ in kurzer Zeitraum in der Tourismusbranche leicht Geld verdien kann oder hat es den Anschein, dass Kroatien/Kroaten nur von dem Tourismus leben möchten? – Ein Trend den ich nicht unbedingt gutheiße.

Steckenpferd Tourismus

Auch wenn ich mit jungen Leuten aus Dubrovnik gesprochen habe, bekam ich den Eindruck, dass sich alles nur um den Tourismus dreht und keiner eine Vorstellung besitzt, sich neben dem Tourismus auch etwas sich aufzubauen oder für was anderes zu interessieren. Als würde man nur auf den Tourismus setzen wollen und Gefahr läuft zu sehr sich auf den Tourismus zu fokussieren und vom Tourismus abhängig zu sein. Gerade hierzu würde sich ein Blick nach Deutschland oder Österreich wahrscheinlich lohnen, die sich nach Meinung nach in verschieden Industrien positioniert haben und so mehre Eckpfeiler eines Wirtschaftens besitzen.

Naja, vielleicht denke ich auch viel zu sehr nach und betreibe unnötige Gedankenspieler und ich sollte mich mehr auf den Sommer und der kommenden touristischen Saison erfreuen, doch ich denke ein Vergleich zu ziehen, schadet nie. Wie auch alles im Leben, gibt es hier auch zwei Seiten einer Medaille.

Die dargelegten Ansichten oder Meinungen des Autors spiegeln nicht unbedingt die Position von kroatien-Nachrichten wider. (NR)

Bild: Grgo JelavicPIXSELL/Igor Soban/Pixsell/Duško Jaramaz/PIXSELL/Oceando
Video: Adolf Zilger

 

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